Nanook Weltenbummler auf 4 Pfoten
Guten Tag, mein Name ist Nanook, die Huskyhündin aus dem Team Randolph Westphal. Ich werde versuchen unsere Abenteuerreisen zu erzählen.
Um es noch einmal zu erwähnen: mein Herrchen hatte 1996 einen schweren Unfall in Argentinien bei dem Shir Kahn, unser Stammvater des Teams, ums Leben kam.
Randolph, wurde gerade noch am Leben erhalten. Über vierzig Operationen am zerschmetterten Bein, MRSA Der Verlust 80% aller Erinnerungen. Er wusste nicht mehr wer, was und wo er war.
Somit möchte ich hier ausdrücklich klarstellen, dass es durchaus zu grammatischen Fehlern und Gedankensprüngen kommen kann.
Im Laufe der nächsten Jahre wird das Team: Yukon, Nanook und Chinook von diesen abenteuerlichen Reisen auf dieser Homepage berichten. Schauen sie doch mal rein, es tut sich was. Ach so, hatte ich vergessen. Randolph hatte bis 1996 siebenundzwanzig positive und negative Krebs-Operationen.
Der zweite Teil des Spendenmarathons „Ein Herz für Kinder“
Wir kamen am 31.5.09 von Skandinavien zurück und waren exakt neun Monate unterwegs. Auf dieser Reise, die unter dem Namen „ Spendenmarathon“ fungierte, versuchten wir Spenden für „Ein Herz für Kinder“ ein zu radeln. Herrchen war von der Exkursion begeistert, von dem Resultat allerdings nicht. Wie erwartet, suchte er wieder die Fehler bei sich.
Im Jahre 2008, vor der Exkursion, hatte Herrchen begonnen einen Event zu Gunsten „Ein Herz für Kinder“ zu organisieren. Er wollte damit Menschen zeigen, dass auch ein Sozialhilfeempfänger etwas auf die Beine stellen kann.
Viele seiner Gönner bestätigten ihm, dass dieser Event eine gute Sache sei. In seiner Heimatstadt gibt es natürlich auch Menschen, die Herrchen nicht mögen. Das sind aber diejenigen, die nicht wissen was er wirklich bewirkt und bewerkstelligt. Diese Neider leben nur von Gerüchten und missgönnen ihm alles. Und da kommen wir zur schlimmsten Gattung dieser Spezies, Menschen die einem ins Gesicht lächeln und hinterrücks die Unwahrheiten verbreiten. Man nennt sie auch Lästermäuler.
Von der Stadt Nidderau hatte er den großen Saal in der Willi Salzmann Stadthalle gestellt bekommen. Der Bürgermeister Gerhard Schultheiß, hatte sogar die Schirmherrschaft übernommen.
Doch bevor wir wieder losdüsten hatte er eine weitere Operation am linken Bein. Ausnahmsweise, war es dieses Mal nicht der MRSA-Keim, sondern ein Antibiotika -Stab der sich noch im Hohlraum des linken Unterschenkels befand. Dieser Stab hätte schon im Frühjahr 2005 entfernt werden sollen, doch Herrchen hatte wieder einmal keine Zeit für sich.
Herrchen war zu dieser Zeit sichtlich nervös. Nicht wegen der bevorstehenden Operation, sondern wegen uns, seines Teams. Der Trip nach Russland und Skandinavien lag vor uns. Und dieser Antibiotika-Stab musste unbedingt raus. Noch zwei Jahre kann er nicht im Bein bleiben. Dr. Hirschberger hatte eh die Vermutung, dass er den Stab nicht greifen kann und dieser abreißt.
Rüdiger ein Bekannter, hatte dieses Mal keine Zeit. Zeit vielleicht schon, doch keinen Platz. Rüdigers Hunde hatten auch Nachwuchs bekommen.
Es waren auch Sommerferien in Hessen und alle Hundepensionen waren belegt. So fragte er seine Mutter. Rosemarie willigte ein, jedoch könnte sie uns nicht ausführen.
Da machte er sich wieder Sorgen, kein Auslauf für sein Team. Mein Gott! Was sollte der Kram? Wir haben einen großen Zwinger und einen großen Hof. War auch mal ok. Doch seine Mutter kam nicht klar mit uns. So drängelte Herrchen ein bisschen Dr. Hirschberger herum. Zwar war nach drei Tagen nach der Operation war nur noch geringfügig Wundwasser und Blut im Dränagenbeutel, doch glaube ich dem Doktor war es nicht gerade wohl bei dem Gedanken Randy aus dem BGU zu entlassen.
Seine Bruder Andreas holte ihn wieder ab. Seine Mutter hatte seine Wohnung schon verlassen, komisch nicht wahr. Als Andreas und Randy die Treppe herauf kamen und hörten wir sie schon. Die Freude war auf beiden Seiten war riesig. Nachdem wir unsere Streicheleinheiten hatten, packte Herrchen uns ins Auto und wir fuhren in den Wald. Doch schon während der Fahrt wurde Randy ganz weiß im Gesicht. Der Verband am Knie war schon durchnässt von Wundwasser und Blut. Der Verbannt war schon so voll gesaugt das das Blut schon am Bein herunter lief. Wir tobten uns auf der Wiese aus und Herrchen machte sich einen neuen Verband.
Die Operationswunde schmerzte ihn als er mit Lebensmittel bepackt die Stufen im Treppenhaus bewältigte. Wieder war der Verband durchnässt.
Randolph nahm den Verband ab. Aus der operierten Wunde lief das Blut, als würde man Flüssigkeit über den Rand eines Wasserglases laufen lassen. Er versuchte die Blutung zu stoppen, legte das Bein hoch desinfizierte die Wunde und verband es neu. Er verbrauchte meterweise Mullbinden in den nächsten zwei Tagen.
Wir saßen alle drei vor ihm und schauten ihm mit Besorgnis zu. Wenn wir an der Wunde lecken wollten, stieß er uns weg. Na ja, ist ja auch richtig so. In unserem Maul sind halt viele Bakterien die die Menschen nicht vertragen können. Er hatte eine ganze Menge Blut verloren und war schwach. Er legte sich hin, bekam Fieber 34°C und Schüttelfrost. Die nächsten Tage waren nicht viel besser trotz das es ihm so dreckig ging, war er zwei drei Mal am Tag mit uns auf der Wiese. Das Nachbluten wurde nach zwei Tagen schwächer und das ist relativ ausgedrückt.
Ich weiß nicht was der Junge für eine Rechnung macht. Montags ins BGU, Dienstag die Operation, Samstag entlassen. Und dann soll alles wieder ok sein? Mensch, das war keine kleine Operation! Das ist kein Reiseplan.
Auch ist es egal, dass du diese Operation schon neun Mal gemacht hast. Du warst aber immer länger in der Unfallklinik! Warum so einen Affenaufstand? Natürlich wegen dem Team. Manchmal wünschte ich mit diesen Zweibeinern reden zu können. Wir könnten auch einige Wochen ohne zu rennen auskommen. Ich zumindest. Er sah ein, dass er seinem Körper zu viel zugemutet hatte und spielte mit dem Gedanken wieder ins BGU zu gehen. Er setzte sich ein Zeitfenster. Doch wieder hatte er Glück, dass sein Körper ihm die Kraft und den Willen gab, den er zur Heilung brauchte.
Er gönnte sich nur wenig Zeit und nach einigen Tagen der Ruhepause fuhr er fort mit der Aktion „Ein Herz für Kinder“.
Sein Freund Werner Reber, entwarf das Konzept für die Eintrittskarten. Um Geld für Plakate zu sparen ließ er Handzettel bei seinen Freunden Michael Weber und Martin Hartmann kopieren. Herrchen wollte so wenig Kosten wie nur irgendwie möglich verursachen. Jede Ausgabe schmälerte den Gewinn für die Kinder. Er teilte die Handzettel aus, sprach die Leute auf den Event an. Auf gut Deutsch gesagt, er rannte sich die Hacken ab.
Nach dem Event sollte der Spendenmarathon fortgesetzt werden. Es gab aber ein großes Handicap und das hieß Yukon. Durch Yukons Alterserscheinungen war es für Randy vom Kräfteaufwand her gesehen schon ein fast unlösbares Problem geworden. Allein unsere Hilfe reichte nicht aus. Er brauchte irgendetwas, was ihn noch helfen und unterstützen würde. Er liebäugelte mit einem E-Bike. Und wie es der Zufall will, bei einem Arztbesuch in Hanau, kamen wir am Fahrradgeschäft Landau vorbei. Michael Landau, hatte über uns schon gelesen. Auch er hat den Zeitjäger in sich und bekam zu damaliger Zeit eine Knochenmarkspende aus den USA. Die Knochenmarkspenderin nennt er liebevoll seine Schwester und besucht sie einmal im Jahr. Und der Hammer war, auch Michael hat Schlittenhunde und fährt damit Rennen. Die Chemie zwischen den beiden Menschen stimmte also.
Michael versprach Randy, Kontakt zum Fahrradhersteller Raleigh aufzunehmen. Da er einen guten Draht zum Vertreter der Firma hatte wollte er nachfragen, wie es mit einem Sponsoring eines E-Bike aussah. Er Sprach darüber mit Stefan Kunz dem Vertreter von Raleigh und in Kürze hatten wir für den zweiten Teil unseres Spendenmarathons ein E-Bike, ein Dover40.
Die Entlastung war enorm. Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass wir bei den Trainingsfahrten nur fünfzig bis sechzig Prozent des Gewichts der kompletten Ausrüstung dabei hatten. Um es zu verdeutlichen, dass sind immer noch 130-169kg. Bei der Trittfrequenz fuhren wir eine Strecke bis zu 55km.
Zwei Monate vor dem Event war bei vielen Teilen der Bevölkerung keine Resonanz zu spüren. Er schrieb die Frankfurter Volksbank, Stadtsparkasse Nidderau und Raiffeisenbanken an, dass sie ihren Mitarbeitern darauf aufmerksam machen sollten auf diesen Event zu gehen. Er rannte zu fast allen Ärzten und in jedes Geschäft um Karten zu verkaufen. Er schrieb den örtlichen Gewerbeverein an, ob sie ihm helfen könnten, doch diese waren scheinbar zu beschäftigt um Hilfe leisten zu können. Er sprach Vereine und Politiker an. Nicht viel, Nada! Hing es mit der Krise zusammen, war der Eintrittspreis zu hoch? Das Programm war doch toll.
Der Vorverkauf, lief weiter schleppend, jedoch viele versprachen ihm an diesem Abend zu kommen. Seine Euphorie stieg mit jedem Tag der näher an den 31.11.2008 rückte. Randy hatte schon Angst, dass der Saal nicht ausreichen würde. Er hatte ja all die Namen aufgeschrieben, die kommen wollten.
Hat er es immer noch nicht kapiert? Randolph ist nun 51 Jahre alt, hat mit uns Schlittenhunden schon vier Mal die Welt umrundet und er ist immer noch so naiv zu glauben, was Menschen ihm sagen.
Wir sind doch die einzigen die nicht lügen. Kapier es doch! Die Menschen leben nur noch für sich. Die Zusammengehörigkeit ist nicht mehr da. Der Mensch ist oberflächlich geworden. Die, erzählen viel wenn der Tag lang ist. Die Vereine unterstützen sich nicht mehr gegenseitig. Die Banken haben Angst, das sie was spenden müssten. Man, wir leben in einer negativen Welt!
Der Abend des Events, der 31.11.09 war da. Mit den Sängern Dieter Happel, Marion Baumann und DJ Daddy, hatte er ein abendfüllendes Programm auf die Beine gestellt. Seine Freunde Carmen und Olaf Graf waren an der Abendkasse. Jutta sollte keinen unerwünschten Gast ohne Karte in den Saal lassen. Es war alles gut durchorganisiert.
Herrchen war vor seinem Auftritt sichtlich nervös. Auf zwei großen Leinwänden projizierten Beamer, Bilder von den Exkursionen auf die Leinwand. DJ Daddy spielte das Lied, Eye of the Tiger als wir mit Sack und Pack in den Saal radelten. Applaus hallte uns entgegen. Doch nur wir merkten, dass Herrchen in seinem Herzen sehr traurig war. Der Saal war in seinen Augen leer. Nur etwa hundert von angenommenen dreihundert Menschen waren anwesend. Mit dieser miesen Ausbeute hatte er nicht gerechnet. Er machte das was er sich vorgenommen hatte. Die Menschen die anwesend waren, waren begeistert von den Geschichten die Randy erzählte. Diese Berichte vielen aber viel kürzer aus und es ist nicht zu verdenken warum.
Die Sänger gaben ihr Bestes und die Menschen tanzten und lachten, von dieser Seite her gesehen, war es ein Erfolg. Nur Randy war enttäuscht von all den Menschen die gesagt hatten sie kommen. Ja Randy, so sind halt die Menschen geworden.
Ich weiß nicht an was es liegt, dass man im Ausland große Stücke auf ihn hält. Randolph sprach schon zu hunderten von Zeitungen, TV, Radio, an Universitäten und Krankenhäuser. Zu Selbsthilfegruppen und, und, und. Und hier in seinem eigenen Land, in seiner Stadt wo er geboren war?
Eine Woche später als geplant, am 13.11.2009 setzten wir den zweiten Teil des Spendenmarathons „Ein Herz für Kinder“ fort. Randy hatte zuvor versucht eine Logistik für diese humanitäre Aktion zu erstellen. So schrieb er viele Hotels schon mal im Vorfeld an. Vorwiegend Best Western Hotels, da er in Nordamerika gute Erfahrungen mit den Besitzern und Generalmanagern gemacht hatte. Er ging davon aus, dass dies auch in Deutschland der Fall sein würde. Somit plante er auch die Deutschlandroute nach dem Standort dieser Hotels. Doch bis zum Abreisetag hatte sich von den vielen Hotels nur das Best Western in Darmstadt gemeldet.
Das Wetter an unserem Abreisetag ließ es nicht gerade zu, das ein Gefühl der Freude aufkam. Alles Grau in Grau, tief hängende Wolken und Nieselregen. Wir hassen Regen, zumal viele unserer Art kein Wasser leiden mögen. Es gibt Ausnahmen, doch das sind in der Regel in Mittel-Europa gezüchtete Schlittenhunde die nicht wissen was Kälte ist,haha. Stellt euch doch mal vor, wir würden im Winter in Alaska oder in den Yukon Territories in einen Fluss oder See fallen. Das wäre unser Tod.
Nach dreieinhalb Kilometer sahen wir schon geküsst aus. Randolph bekam schon die gereichende Grafamia (hessisch, für fast wütend) und hatte eine laute Schelte gegen die Bauern. Die Ernährer der Menschen müssen ja ihre Felder bestellen, Herr Westphal: Das wusste er, doch brüllte er weiter und sagt, dass die Überdüngung dem Boden nicht gut tun würden. Es wir produziert und produziert ein Vielfaches der landwirtschaftlichen Erträge eingebracht, nur damit der Mensch alles hat was er braucht. Das Endergebnis es ist zuviel da und wird dann weggeschmissen. Brüssel subventioniert das noch und du kannst sowieso nichts dagegen tun. Immer nur bla, bla, bla weil Herr Westphal sauer ist auf die verdreckten Wege. Schließlich benutzen wir die Wege der Bauern und nicht umgekehrt. Hier Mal eine kleine Schilderhilfe Herr von und zu: Wenn das Zeichen für Fahrräder erlaubt, dann ist der Weg den Bauern. Wenn ein blaues Schild ist mit einem Rad darauf und untendrunter steht landwirtschaftlicher Verkehr frei, dann darfst du schimpfen.
Das Raleigh 40 war mit einem Gesamtgewicht von 263kg ganz schön beladen. Wenn wir Berg ab noch im Trailer saßen, schaukelte sich unser Gefährt ganz schön auf.
Mit der alten Variante ohne Elektromotor hatte Randolph mit Shir Khan, Yukon und mit mir vier Mal den Globus an Kilometern umrundet. Ach ja, mein Sohn Chinook war die letzten paar tausend Kilometer auch dabei. Das waren nach der Exkursion in Skandinavien insgesamt, 163.477km.
Nach dem Ort Wachenbuchen vor der Stadt Hochstadt waren wir aus dem gröbsten Dreck heraus. In Frankfurt-Fechenheim fahren wir kurz am Main entlang. Ich musste mal ein größeres Geschäft tätigen doch fand ich wie immer nicht gleich den richtigen Platz für das Business. Randolph hatte zuvor schon ein paar Mal angehalten und wie schon gesagt, mir war der Platz einfach nicht recht. So fuhr er, als ich den richtigen Spott gefunden hatte, einfach weiter. Oh je, die Zugleine und das Verbindungsstück mit dem Karabiner waren nun genau unter meinem Schwanz. Mann, war der sauer.
Über den Hexenberg in Dietzenbach. Ob die Erhöhung die man Berg nennt im Mittelalter etwas mit Hexen zu tun gehabt hatte, weiß ich nicht. Zumindest ist es die höchste Erhebung im Landkreis Offenbach. Richtung Dorf Messel. An der Grube Messel vorbei. Es ist ein Welterbe der UNESCO. Hier hatte man im stillgelegten Tagebau Fossilien von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten und Pflanzen aus dem Eozän gefunden. Besonders die Weichteilerhaltung bei Säugetieren macht die dort gefundenen Fossilien einzigartig. Am bekanntesten ist die frühe Pferdeart Propalaeotherium, von der über 70 Individuen gefunden wurden. Lange Rede kurzer Sinn, es wäre ein Eldorado zum Knochen lutschen. Wenn der Mensch aber weiter so mit Mutter Natur umgeht, dann kann der Zweibeiner bald seine Weltkulturerben vergessen. Dann gibt es kein Spezi Menschen mehr, die so etwas bewundern könnten.
Gegen 16.45 Uhr waren wir in Dietzenbach und eine halbe Stunde später stand Randy an der Rezeption im Best Western Darmstadt. Die Managerin, Frau Stockmann, war die einzige Person die auf Randolph E-Mails geantwortet hatte. Nachdem er dies Frau Stockmann zurück geschrieben hatte, kümmerte sie sich um die nächsten zwei Nächte. Das Fazit, es geht halt wirklich nur von Generalmanager zu Generalmanager. Auch war von der Presse niemand da. Randy rief bei der Zeitung an. Der Redakteur der Tageszeitung Darmstädter Echo sagte, dass es zeitlich für ein Interview zu spät wäre. Das ist ja wieder mal toll. Die Redaktion ist von Randolph schon vor Tagen angeschrieben worden und auch Frau Stockmann hatte das Darmstädter Echo informiert. Und jetzt wusste keiner etwas davon. Außerdem war dieser Redakteur der einzige der in dieser Zeitung arbeitete, so hatte es sich
jedenfalls angehört.
14.12. Raus aus der Universitätsstadt auf der B3. Als wir die Menschenhütten hinter uns gelassen hatten blies uns ein schönes Lüftchen entgegen. Yukon saß wie in den letzten Monaten meist im Anhänger. Er ist schon fast neunzig Hundejahre und muss nur noch raus, wenn es zu steil wird. Chinook und ich sahen nun auch dem Ziehen sehr gelassen entgegen. Wenn Herrchen mit seiner Trittkraft loslegt, dann müssen wir uns schon dran halten, dass es wenigstens so aussieht als ob wir ziehen würden.
Die B.3 ist besser bekannt als die Bergstraße die am Fuße des Odenwalds entlang führt. Weinberge waren zur linken Seite zu sehen und da wurden meine Geruchssinne angeregt. Halloo, was sah ich denn da. He Chinook da vorne sind Schafe. Was für herrliche Viecher und nun kommt Herrchen mit dem Treten in die Pedalen nicht mehr mit. Da plötzlich riss der Drehwinkel an der Zugleine ab.
Den Fehler den ich 2005 in den Stone Mtn. Kanada gemacht hatte, mache ich nie mehr wieder. Heute bleibe ich stehen wenn Herrchen brüllt. Mann, war das ein Ding im Norden von British Columbia. Wie aus dem nichts tauchten damals Rentiere vor uns auf und wir hinter her. Meine Leine riss und weg war ich. Ich verfolgte die Rentiere und vergaß alles um mich herum. Wie im Blutrausch rannte ich über Stock und Stein, durch den Wald und über das von Geröll des ausgetrockneten Flussbettes.
Der Himmel wurde noch dunkler. Die ersten Tropfen fielen aufs Fell. Doch kurz bevor es richtig anfing zu gießen erreichten wir das Palatin Best Western Hotel in Wiesloch. Ja, so mag ich. Da kommt man die Lobby und dort stehen schon drei Wasserschüsseln mit Leckerlis. Ein Plakat mit unserem Bild und viel Süßes für Herrchen. Direktor Schindelmeier empfing uns persönlich. Ich höre nicht genau zu, was der Direktor zu Randolph sagte, denn ich musste mich um die Leckerlis kümmern. Nur so viel bekam ich mit, dass Herrn Schindelmeiers Frau an Krebs gestorben sei und dass der Direktor eines für sehr, sehr wichtig hält, die Wahrheit. Natürlich war von der Presse auch keiner da, warum auch es war ja Samstag. Wie auch, da müssten sie ja vom Schreibtisch weg.
Noch ein paar Kilometer auf der Bergstraße in Richtung Süden. Die Radwege führten oft an Alleen und Waldrändern entlang. Vielerorts ist durch das Wurzelwerk der Radweg beschädigt. Da kann es schon mal passieren, dass man diese Risse und Bodenwälle unter dem Herbstlaub nicht sieht. Dann hört man nur noch ein Uff und wie Herrchen nach Luft ringt. Trotz, dass er eine Airwings Hillreiner also eine gefederte Sattelstütze hat, muss es doch wehtun. Da ich ja ein Weibchen bin, können das nur Yukon und Chinook nachvollziehen, ha ha.
Von der B.3 fuhren wir in das Vorgebirge der Schwäbischen Alb, wenn man es so nennen darf. Es regnete schon wieder. Auf der B.35 nach Bretten und weiter zum Best Western nach Pforzheim/Niefern. Wir waren nun in die Schwäbischen Alb und das bekamen wir zu spüren. Rein in den Hänger, raus aus dem Hänger. Wir mussten zirka siebzig Prozent der Tagesstrecke laufen und das bei strömendem Regen.
Vor Wurmberg musste Herrchen das erste Mal mit uns schieben. Ich hörte ihn sagen: diese Schiebehilfe ist ja genial. Trotz dieser Schiebehilfe des E-Motors ist er nicht gut zu Fuß und zieht das linke Bein nach und das wird bis zu seinem Ende auch so bleiben. Durch einige Umleitungen mussten wir ein paar Kilometer weiter rennen als geplant. In der Nähe ist das Testgelände der Firma Porsche, deren Manager nach den Sternen griffen und nicht erkannt haben, dass diese Sterne eine Nummer zu groß für sie sind. Jetzt gehören sie mit zu VW. Der Sound eines 9elfers ist nicht zu kopieren. Der Klang hallte durch die Berge der Schwäbischen Alb und der Boss hörte auf, wenn die die Testfahrer auf das Gaspedal traten.
Wir kamen nun nach Stuttgart, wenn Randy noch gewusst hätte, was das für eine Fahrt in die Schwäbische Metropole wird, hätte er mit Sicherheit schwer darüber Nachgedacht. Er wusste noch, dass er schon einmal hier gewesen ist. Nach dem Anruf von SWR1 „Leute“ fiel ihm auch wieder einiges ein. Doch er wusste leider nicht mehr, wie kompliziert das für einen Radler sein kann.
Im Hotel Stuttgart 21 wurden wir sehr, sehr kühl empfangen. SWR1 hatte uns in diesem Hotel ein Zimmer gebucht. Herrchen hatte dies vorgeschlagen, da wir ja schon viel in diesen Hotels übernachteten. Es war sehr klein. So klein, dass ich mich nur drehen konnte, wenn ich über das Bett sprang. Nun waren wir ja alle nass und dem entsprechend sah das Bettzeugs aus. Nur mit Widerwillen und nach langer Zeit brachte man uns ein paar alte Handtücher, sodass Herrchen uns wenigstens das Deckhaar abtrocknen konnte. Auf die Anfrage hin, ob Herrchen ein neues Bettlaken bekommen könnte, wurde dies mit einem abfälligen Nein beantwortet. Herrchen hatte bei unserer Ankunft nach dem Generalmanager gefragt und für den morgigen Tag einen Termin vereinbart. Um es vorweg zunehmen Randolph wartete vergebens.
Am 17.11.09 waren wir in dem Rundfunksender SWR1. Stefan Ziller konnte sich noch gut an Shir Khan und Herrchen erinnern und er erzählte ihm was 1995 alles geschah. Und wieder wurde eine Gedächtnislücke in Randolphs Oberstübchen geschlossen. Das Interview für die zweistündige Sendung wurde aufgezeichnet und gefilmt.
Am 18.12. starten wir den Versuch aus der Landeshauptstadt von Baden Württemberg, im schwäbischen Dialekt Schtuggerd genannt zu kommen. Es war schon ein Unterfangen in diesen Hexenkessel für Radler hinein zu fahren. Doch hinaus, meine Fresse! Also, wenn ich Randolph wäre, wären wir das aller, aller letzte Mal in dieser Stadt per Fahrrad.
Der Boss fragte Taxi und Busfahrer nach dem Weg oder zumindest nach der Richtung. Doch diese wussten natürlich nur den Straßenverlauf. Radfahrwege kennen diese Jungs nicht.
So radelten wir am Rande der schmalen Straßen entlang und standen dann oft vor einer Baustelle oder einem Tunnel, den wir nicht durchfahren dürfen. Wieder zurück, wieder eine Umleitung und dann kamen wir von dieser Umleitung auf eine andere Umleitung und so weiter und so weiter. Am liebsten hätte Randolph seine Wut darüber herausgebrüllt. Nachdem er wieder einen Busfahrer nach dem Weg gefragt hatte, mischte sich ein Fahrgast in das Gespräch der uns über den Blauen Weg berichtet und der nicht unweit von hier verläuft. Diesen Weg hätten wir so nie und nimmer gefunden. Der blaue Weg führt in ein anderes Tal und es geht erst einmal 18% Berg ab. Nur gut, dass es noch nicht geschneit hat.
Wir haben es nach einiger Zeit geschafft aus diesem Gewirr aus Baustellen und Umleitungen herauszukommen. In Böblingen fuhren wir erst einmal zum Böblinger Kurier, vielleicht hatten wir hier mehr Glück mit der Presse als in Stuttgart. Da Randy bemerkt hatte, dass man als Deutscher in Deutschland bei der Presse nicht viel Zählt „der Prophet gilt nun mal nichts im eigenen Land“, griff Herrchen zu einer neuen Taktik. In der Anmeldung der Zeitung, sprach er zu der Angestellten in englischer Sprache. Heidernei, Herrchen brauchte nicht einmal einen Termin um beim Chef Redakteur vorzusprechen.
Die Sonne lachte wieder einmal als wir am Flussufer des Neckars entlang fuhren.
Neckarradweg führte uns in Richtung Rottenburg. In dieser Kleinstadt erwartet man uns schon im Best Western Hotel Convita. Trotz der Weiterleitung der Pressemitteilung die Randy verfasst und ihr zugesandt hatte, hatte auch die Managerin kaum Resonanz von der örtlichen Zeitung bekommen.
Wiki
Böblingen ist eine Kreisstadt im zentralen Baden-Württemberg, etwa 20 Kilometer südwestlich von Stuttgart.
Böblingen liegt am Nordostrand des Oberen Gäus, auf und an einem steilen Hügel, der ein Ausläufer des Schönbuchs ist. Der nördliche Schwarzwald ist von Böblingen aus in etwa einer Stunde, die Schwäbische Alb in 40 Minuten erreichbar.
Chinook und ich hatten uns in den letzten Tagen schnell an die Kraftunterstützung des Raleigh E-Motors gewöhnt. Wenn Randolph mit seiner Power loslegt, da brauchen wir nur noch die Leine stramm zu halten, der Alte merkt das doch nicht, oder? Wir sind im Durschnitt drei Kilometer pro Stunde schneller, laufen nicht so oft und brauchen nicht zu ziehen. Herrchen bekommt in der Nacht kaum noch Krämpfe, somit kann man sagen das Gefährt für uns ok.
Wir stießen auf den kleinen Fluss Glatt. Auf dem gleichnamigen Radweg fuhren wir
bis nach Bettenhausen. Vor diesem Ort verlässt der Radweg das Flüsschen und führt in Richtung Dornhan. Wir folgten weiterhin den Hinweisschildern. Randy blieb auf einmal stehen und traute seinen Augen nicht. Das ist kein Radweg, das ist eine schräge Wand! Da braucht man Ausrüstung für Bergsteiger, haha. Herrchen ging zurück und schaute noch einmal auf den Wegweiser. Tatsächlich hier mussten wir nun rauf. Hier war nun nichts zu machen von wegen nur mal die Zugleine straff zu halten, das würde Randolph sofort merken, also gaben wir mal Gas.
Mit der Schiebehilfe und dem lauten Kommandoton vom Boss, zogen wir das Gefährt nach oben. Bei diesem Geschrei komme ich mir manchmal vor, wie ein Sklave auf einer Galeere fehlt nur noch die Trommel. Auch Yukon musste seinen Teil dazu beitragen. Es steht im natürlich frei zu helfen oder einfach nur neben her zu gehen. Doch eines mag Herrchen überhaupt nicht, wenn der alte Mann sich nach hinten fallen lässt und wir ihn nachziehen müssen. Hätte Randolph nur nicht einen Tag zuvor noch 12kg Hundefutter gekauft.
Als wir in Dornhan eintrafen waren alle Teilnehmer relativ ausgepumpt. Weiter durch den schönen Schwarzwald. L416. Durch das schöne Städtchen Alpiersbach, das bekannt wurde durch seine Brauerei und der 900 Jahren alten Klosterkirche. Kaffeepause und weiter auf dem Kinzigtal-Radweg. Wir waren nun in der oberen Hälfte des Black Wood Forest wie der Ami sagen würden. Viele der US-Bürger, wenn sie von Germany (Deutschland) sprechen haben nur Bier, Wurst, Heidelberg und Adolf im Kopf und alle Deutschen laufen in Lederhosen herum. Komisches Bild. Das hat Randy in den vielen Jahren in Nordamerika mitbekommen.
Wir radelten an der B.294 entlang bis zum Abzweig nach Rötenbach. Wo führte nun der Radweg entlang? Kein Hinweis, kein Schild! Theoretisch müssten wir in der Nähe der Hauptstraße bleiben. Eine zufällig vorbeikommende Passantin zeigte Randy die Richtung. Der Radweg führte schlängelnd durch den Naturpark Schwarzwald Nord/Mitte. Man sah den Wald vor lauter Bäumen nicht und an einer Wegekreuzung stand natürlich kein Wegweiser. Auf die Himmelsrichtung hatte der Boss mal wieder nicht geachtet und jetzt stehen wir auf gut Deutsch gesagt „im Wald“ Rechts oder links, das ist hier die Frage? Rechts gute Entscheidung, nächste Endscheidung, haha . Aus dem Wald heraus und hinter Schenkenzell wieder auf die B.294. War das ein herrlicher Tag, so warm das Randy in kurzen Hosen fuhr.
Auf der B.33 fuhren wir in den südlichen Teil des mittleren Schwarzwalds auf der sogenannten Uhrenstraße. Kein Radweg mehr. Die Bundesstraße steigt bis auf knapp 1000 Meter Höhe an. Auf der B.500 nach Triberg, wo wir im Best Western Schwarzwald Residenz erwartet wurden.
Die B.500 schlängelt sich aus dem Tal, am höchsten deutschen Wasserfall vorbei. Der Teamchef beschloss nicht zum Wasserfall zu gehen und uns hier auf dem Parkplatz im Regen stehen zu lassen. Kaum waren wir auf der Anhöhe und nicht mehr von dem dichten Nadelwald geschützt blies uns ein ganz schönes Lüftchen um die Ohren. Wir waren nun im Hochschwarzwald und trotz des„bescheidenen“ Wetters konnte man erahnen wie schön es hier ist. Wir kamen in die Stadt Furtwangen die höchst gelegene Stadt Baden-Württembergs, zumindest, wenn sich die Höhenlage einer Gemeinde, wie üblich, an der Höhenlage der Pfarrkirche orientiert. Am Rande von Furtwangen entspringt die Breg. Sie ist der längste Quellfluss der Donau und fließt in Donaueschingen mit der Brigach zusammen. Deshalb beansprucht Furtwangen im eher humorvollen Donauquellenstreit den Donauursprung für sich, eine Quelle der Donau gibt es nicht (auch wenn die „Donauquelle“ im Schlosspark Donaueschingen so genannt wird).
Es ging weiter
Wir waren im Südlichen Schwarzwald. Der Regen stach uns bei der Talfahrt in die Augen. Am Ortseingangsschild Breitnau bogen wir auf die Dorfstraße ab. Das hier ein Best Western Hotel sein soll, kann ich mir nicht vorstellen. Randy klingelte an einer Haustür. Ja, ein Teil des Ortes ist zwar hier, doch müssten wir erst nach Hinterzarten, von dort auf dem Forstweg ins Löffeltal um zum unteren Teil von diesem Ort zu gelangen. Dann hätten wir den gefährlichen Höllsteig umfahren. Das war mal eine gute Wegbeschreibung.
In Hinterzarten fuhren wir auf den Löffeltalweg. Der asphaltierte Teil hört nach einigen Metern auf und ging über in einen nicht so schönen Forstweg. Das Regenwasser rauschte dem sechszehnprozentigen Gefälle hinunter und bildet Löscher und Spurrillen. Die Bremsen fassten zeitweise so hart zu sodas, das hintere Laufrad blockierte und wir ins Rutschen kamen. Ich fühlte das Randy kurz davor war, uns aus dem Anhänger zu zitieren. Der Forstweg verlief nahe am Höllsteig der Bundesstraße 31entlang. Von unserer rechten Seite aus waren die Geräusche von hochdrehenden Motoren zu hören. Die sonst so tief klingenden Brummis sangen in den höchsten Tönen.
Auf dem Forstweg hang Randy schon fast mit seinem Hinterteil bei uns im Trailer. Herrschen schrie nachdem er fast auf die Schnauze gefallen war und befahl uns aus dem Trailer zu springen. Nur einer blieb wieder einmal sitzen. Das musste ja so kommen und das bei einer Talfahrt. Aah, wie ich diese Dreckbrühe hasse. Randy ruft auf einmal laut, rechts und wir bogen um 180° Grad ab. Der Weg führte unter der Bundesstraße hindurch und direkt vor das Best Western Hotel Hofgut Sternen. An der Rezeption wurde Randy von einer charmanten Lady empfangen.
Am 23.11. Es schüttete immer noch wie aus Eimern und da es kein Problem war eine Nacht länger zu Gastieren blieben wir hier im Hofgut Sternen. Randy dachte über unsere gegenwärtige Rad-Situation nach. Diese Trittunterstützung ist nahezu genial. Das Manko ist die Reichweite. Die Batterie hat nur 10Ah, Amper stunden und die Ladezeit beträgt 4,5 Stunden. Gerade hier im Schwarzwald, wo es viele Steigungen, zum Teil extreme Anstiege gibt ist es mit der Reichweite nicht weit her. Mit zwei Batterien können wir nur rund 60km der Wegstrecke absolvieren und dann braucht das E-Bike wieder Strom. Wie oder was kann man besser machen?
BILDER
Es Nieselte nur noch als wir am 24.11. bei stürmischem Gegenwind die zweispurige SchnellstraßeB.31 hinunter rauschten. Man muss es ja einmal betonen da es nicht so oft vorkommt: Die anderen Verkehrsteilnehmer verhielten sich uns gegenüber absolut korrekt, so wie es sein soll.
Der Straßenverkehr verlangsamte sich vor einer Baustelle. Nur noch Einspurige Verkehrsführung. Da hörten wir ein lautes Krachen. Wir rauschten an den stehenden Fahrzeugen vorbei. Sekunden später erlag der ganze Straßenverkehr.
Da sahen wir nun was das Krachen was ich zuvor gehört nun im Bild. Ein BMW und ein Kleinlastkraftwagen waren frontal zusammengerauscht. Vorne links war der Pkw total zertrümmert. Der Fahrer des BMW war mit einer dicken blauen Daunenjacke in der Fahrgastzelle eingeklemmt und sah ziemlich leblos aus. Die Ersthelfer hatten die Polizei in Freiburg schon informiert. Bei solchen Situationen ist es schon gut dass es Handys gibt.
Wir umfuhren die Unfallstelle auf einer kleinen Wiese. Randy machte kein Foto von dem Unfallopfer was er später doch bedauerte. Nach kurzer Zeit rauschten schon die ersten Feuerwehr und Krankenwagen an uns vorbei.
In und um die Universitätsstadt Freiburg gut ausgebaute Radwege. Freiburg im Breisgau wird auf Alemannisch Friburg im Brisgau genannt und ist mit rund 220.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Wir suchten die Badische Zeitung auf. Randys Medienprogram begann bei den nicht englischsprachigen Damen in der Lobby der Badischen Zeitung. Im Inneren lachte Herrschen, doch es verfehlt nicht seine Wirkung. Ein Reporter würde sich im Best Western Hotel Münster in Breisach melden. Am Fluss Dreisam fuhren wir aus der Universitätsstadt heraus. Der Radweg führte uns bis Breisach am Oberrhein. Die Stadt mit dem alles überragenden Münster liegt an der deutsch-französischen Grenze. Durch die Altstadt schoben wir uns hoch zum Hotel das direkt neben dem Münster steht.
Wiki
Das Breisacher Stephansmünster ist eine romanisch-gotische Kirche und Wahrzeichen der Stadt Breisach am Rhein. Die auf dem Münsterberg gelegene Sehenswürdigkeit ist weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar. Markant sind die beiden unterschiedlichen Kirchtürme des dreischiffigen Baues, die sich – untypisch für einen christlichen Sakralbau – im Chorbereich befinden.
Vor unserer Weiterreise hatte der Boss noch zwei Interviews mit Radio SWR 4 und der Badischen Zeitung. Vom Münster aus führte die gepflasterte Straße steil nach unten, direkt auf den Rheinradweg. Wir waren zirka eine Stunde unterwegs da brummte das Handy. Die Zentrale der Deutschen Best Western Gruppe in Eschborn meldete sich. Die Dame drohte Randy mit dem Rechtsanwalt, wenn er das Best Western Logo nicht auf seiner Homepage löschen würde hätte es Gerichtliche Folgen. Es hatten Hotels aus dem Schwäbischen und der Schweiz bei der Zentrale angerufen die der deutschen Sprache nicht mächtig waren. Sie Fragten nach, ob das Headoffice über diese Aktion benachrichtigt wurde. Nein, natürlich nicht! Herrchen hatte noch nie bei irgendeinem unserer Hotelgönner in der Zentrale angerufen.
Randolph, hatte in seinen Anfragen an die Hotels darauf hingewiesen, dass er von den Besitzern und Managern weltweit unterstützt wurde. Im ersten Moment hatte Herr Westphal natürlich Bammel. He Moment mal, die in Eschborn können dir nicht ans Bein pinkeln. Die Herrschaften schneiden sich doch ins eigene Fleisch. Du machst schon Jahre umsonst für Best Western Reklame, dass hört nun in Deutschland auf. Da siehst du wieder einmal wie die deutsche Bürokratie sich zu Deutschen verhält.
Am 27.11 von fuhren wir Weil am Rhein über die Grenze nach Basel in die Schweiz. Herrschen war schon mit einem guten Bericht, Mitte der Neunziger Jahre in der Baseler Zeitung. So marschiert er guter Dinge in die Redaktion. Nach ein paar Minuten kam er schon wieder heraus und schüttelt nur den Kopf. Eine junge kleine arrogante, hochnäsige Reporterin setzte unser Herrschen buchstäblich vor die Tür. Und vor dem Eingang hatten sich um uns schon einige Leute versammelt die im Radio von uns gehört haben. Ja, die Baseler Zeitung möchte nicht wissen, was viele Menschen lesen wollen.
Randy hatte die Schnauze von der Schweiz voll, zurück zum Rheinradweg auf die deutsche Seite. Man, dass war aber ein kurzer Aufenthalt. Du darfst nicht alle Schweizer über einen Kamm scheren du hast ja gesehen, das Menschen vor der Zeitung auf dich warteten. Aber ich weiß ja, dass er schon ein paar Mal bei den Eidgenossen war. Vielleicht hatte er Situationen wo er immer noch Missmutig drüber war.
Es sind manchmal Haarstäubende Radwege und man denkt darüber nach, ob man vielleicht doch besser auf der Straße geblieben wäre. Auf dem Weg von Bad Säckingen über Murg nach Waldshut-Tiengen folgten wir den „riesigen“ nicht zu übersehenden Radschildern. Diese sind meist nicht dort wo man sie am Nötigsten bräuchte. Im wunderschönen Grenzstädtchen Laufenburg am Hochrhein war schon seit Tagen alles für die Festtage vorbereitet. Fichtenäste und Tannenzapfen schmückten die Fenster der alten Fachwerkhäuser. Ein großer geschmückter Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz umringt von Verkaufsständen rundete das Weihnachtsbild ab.

Laufenburg am Oberrhein
Nach dem Interview in der Lokalen Zeitung, erspäht Randy ein Ausrüstungsgeschäft. Das passt. Er erzählte Roland Schmidle, dass er schon seit Yellowknife (Kanada) die defekte Petzl Stirnlampe mit sich führt. An diesen neuen Lampen kannst du nichts mehr selber reparieren. Nicht einmal ein Lämpchen (LED) austauschen. Die Lampe wurde eingeschickt und um es vorweg zu nehmen, ausgetauscht und uns nach Hause gesandt.
Nach Waldshut-Tiengen verließen wir den Oberrhein, fuhren wir nicht zum Rheinfall bei Schaffhausen sondern dem Fluss Wutach entlang. Es regnete und Yukon schaute schon ganz betröpfelt. Ja mein alter Mann, das ist halt der Nachteil vom Trailer, man liegt bei Regen nun mal in kleinen Wasserlachen. Laufen oder im nassen liegen, steht dir ja frei! Auf einer Überdachten Brücke, machten wir vor dem strömenden Regen eine kleine Pause. Es dauerte und dauerte. Randy, packte uns nach einer halben Stunde auf den Anhänger und fuhr weiter. Und wäre der Regen nicht schlimm genug, hatte unser Raleigh 200m weiter einen Plattfuß am Hinterrad. Hänger ab, Ortliebtaschen ab. HS33 Bremsen lösen, Achse lösen und herausziehen. Laufrad aus dem Rahmen nehmen. Schwalbe-Decke abziehen. Schlauch Flicken. Es war einfach zu nass! Der Flicken klebte nicht, warum?
Ach ja, Schwedischer Flicken und deutscher Tip Top Kleber funktionierte einfach nicht. Passende Flicken suchen. Beim dritten Versuch und mit den gleichen Komponenten (Kleber+Flicken) funktionierte es dann endlich. Auf Herrchen jetzt komm mal in die Hufe, die Tageszeit ist nur noch achteinhalb Stunden und wir haben schon 15.00 Uhr!
Es waren keine zehn Minuten vergangen und schon hatten wir wieder einen Plattfuß am Hinterrad. Gleiche Stelle? Nein. Hat Herrchen die Reifendecke durchgesehen, ob sich dort ein Dorn oder Draht durchgebohrt hat? Ja hat er, sagte Chinook. Alles wie gehabt abbauen. Es regnete immer noch und die Dunkelheit brach langsam herein. Vor dem Ort Eggingen hatten wir Plattfuß Nummer drei. Wau, Mann da kochte einer! Im Dunkeln schob Randolph unser Gefährt zu einem Gasthof. Wir hatten Glück, das auch wir in das kleine Zimmer dürfen. Wir waren im Trockenen. Randy und der alte Mann(Yukon) kümmern sich um das Raleigh. Flickzeug war nicht mehr zu gebrauchen. So kam ein neuer Schlauch auf das Hinterrad.
Wenn einmal der Zyklus kostenfreier Übernachtungen abgerissen ist, ist es schwer in dieser Beziehung wieder eine neue Struktur aufzubauen. Dazu kommt noch, dass Herrchen sich nicht gut verkaufen kann. Das wäre ja auch alles kein Problem sich mal Nachts in die Büsche zu verkriechen, doch wir müssen ja die Batterien Aufladen können und Campingplätze sind nicht offen.
Da fällt mir auf, sobald er in der englischen Sprache spricht, tut er sich überhaupt nicht weh. Ohne die Hilfe der Hotels kann Randolph weder die Aktion „Ein Herz für Kinder“ noch den Kampf gegen den Krebs fortsetzen. Ja mein Freund, du musst dir schon etwas einfallen lassen, wie du diese Abhängigkeit vom Strom in den Griff bekommst.
In den letzten Tagen hast du für Hotels schon unser Geld für den nächsten Monat ausgegeben. Da ist es egal, ob du dir für den Tag was essbares einpackst.
Man wann hörte es auf zu regnen, dass macht keinen Spaß mehr. Weder in der Stadt Singen oder in Friedrichshafen hatte Herrchen keine Chance in den Hotels unterzukommen. Waren wir noch im Schwabenländle? Dann wäre es vielleicht zu verstehen gewesen. Über Ravensburg und Biberach an der Riß kamen wir nach Ulm. Ich glaube es war hier in der Nähe wo Herrchen sich mit Shir Khan bei einer Trainingstour überschlagen hatte.
Die Überlieferung war diese.
Shir Khan saß bei der Abfahrt im Anhänger. Es ging steil auf eine Bahnbrücke zu. Herrchen gab noch richtig Speed. Doch plötzlich gab es einen Schlag. Herrchen flog im hohen Bogen über den Lenker. Shir Khan und der Anhänger folgten ihm und Krachten auf den Asphalt. Regungslos blieb Randolph liegen. Shir Khan hatte sich irgendwie aus dem Gewusel von Rad und Hänger heraus gewunden. Nachfolgende Fahrzeuge blieben stehen und wollten Randy helfen. Doch wie es uns gegeben ist, ließ unser Stammvater keinen zu Randolph. Herrchen erholte sich langsam. Der linke Oberarm und die Schulter bluteten. Vor dem Übergang zur Brücke, war ein tiefes Loch. Dies hatten Militärfahrzeuge verursacht, das sagten zumindest die Ersthelfer, die auch den Notarzt informiert hatten. Randolph sollte ins Krankenhaus. Doch wohin mit Shir Khan, der seinen Hänger nun verteidigte und keinen Zweibeiner an das Gefährt heran kommen ließ. Man wird es nicht glauben, aber das ganze Gerödel plus Shir Khan wurde im Krankenwagen zum Hospital gefahren. Sein Freund Horst holte ihn zwei Tage später ab.
Erst wieder das Best Western Atrium in Ulm hatte uns geholfen. Noch zwei Tage fuhren wir im Regen weiter. In Punkto Hotels hatten wir nach Ulm keine positive Resonanz. Diese nicht einkalkulierten Kosten konnte Herrchen nicht mehr Tragen. Am 01.12. fuhren wir per Bahn nach Hause.Randy arbeitete unsere Route zunächst bis nach Ungarn aus. Nach einer Woche hatte er schon Hotelunterkünfte bis nach Nürnberg und ein Hotel in Österreich. Wir hatten uns auf ein paar Tage Ruhe eingestellt, doch unser Herr und Meister lässt uns nicht auf der faulen Haut liegen. Schon nach ein paar Tagen fuhren weiter. Zuvor hatte Randolph nach 4000km die Kette gewechselt, die wie er herausfand verlängert werden musste, da die Kette ja über das Antriebsritzel des E-Motors lief. Zwei Tage vor unserer Weiterreise, bei bestimmten Situationen, ratterte es laut im Kettenkasten. Herrchen suchte und fand nichts. Einen Tag vor der Abreise, dann das Aus für den Bordcomputer, der die Kraft des E-Motors reguliert.
Am 11.12.09 setzte sich unser Team schon nach zehn Tagen wieder in Bewegung. Der Aufenthalt war so kurz, da Randy davon ausging, dass in der Vorweihnachtszeit die Menschen für unsere Aktion „Ein Herz für Kinder“ Spendenfreudiger sind als in den Wochen zuvor. Natürlich fuhren wir mit den Bikewehwechen zu erst bei Zweirad Landau in Hanau vorbei, da die Stadt eh auf unserer Route lag.Der Mechaniker warf einen Blick auf die Ketten und Schaltung. Doch auch er fand keinen Fehler, es war alles OK. Doch der Bordcomputer musste auf jeden Fall ausgetauscht werden. Da das Dover 40 brandneu auf dem Markt war, hatte man dieses Elektronikteil nicht auf Lager. Nur gut, als Herrchen das Raleigh (Bike) für unsere Aktion zu Verfügung gestellt bekommen hat, die Firma Derby Cycle um einige Ersatzteile bat, die bei eventueller
Dauerbelastung in die Brüche gehen konnten. Darunter befand sich auch ein Bordcomputer.
Das Auswechseln des Computers stellte sich nicht als einfach heraus. Der alte Kabelstamm musste aus dem Rahmen entfernt werden und beim Einzug des neuen Kabelstamms wurde das Herzstück der Elektronik, eine Platine beschädigt. Es war nicht der Fehler der Mechaniker. Man musste mit Kraftaufwand die Platine mit der Elektronik aus dem dafür vorgesehen Rahmenteil herausdrücken. Bei dieser Aktion wurde von der Platine der Kondensator abgerissen. Die Platine war nicht integriert in ein Plastikgehäuse sondern in eine Art flexible Plastikhülle gepresst worden, die das Element vor Feuchtigkeit schützt. Nach einem Anruf bei Derby Cycle wurde gesagt, das diese Platine von anderen E-Bikes kompatibel sei, die einen Panasonic E-Motor haben. Im Gedanken fragte Randy sich, wenn es zu einer Reparatur im Nirgendwo käme, wie könnte er das alleine bewältigen?
Wir fuhren nach drei Stunden weiter von der Kreisstadt Hanau nach Steinheim am Main. Flussaufwärts am Mainradweg in Richtung Aschaffenburg. Plötzlich ein lauten Rattern und Krachen. Die Kette fällt herunter und verbiegt das Leit- und Führungsblech. Randy ist jetzt schon nach 25km in der Verfassung alles hinzuschmeißen. Doch dann sagt er laut zu sich selber, wenn ich irgendwo in der Pampa wäre, müsste ich mir auch selber helfen. So biegt und fußelt er am Raleigh herum bis die Kiste wieder funktioniert. Doch schon bei Seligenstadt, ratterte der Kasten wieder. Er hört auf in die Pedale zu treten und das Geräusch war weg. Im Dämmerlicht kommen wir in das Bayrische Nizza, Aschaffenburg oder wie es im Volksmund genannt wird Aschebersch.
Wiki
Die Hochschulstadt Aschaffenburg (lokal: Aschebersch) ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken und Teil der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main. Mit seinen knapp 70.000 Einwohnern ist Aschaffenburg größte Stadt der Region Bayerischer Untermain. Aschaffenburg gilt als das Tor zum Spessart und hat wegen
seines milden Klimas auch den Beinamen Bayerisches Nizza. Die Stadt liegt an den Flüssen Main und Aschaff, am westlichen Rand des Spessarts und am nordwestlichen Eck des Mainvierecks. Die Stadt Aschaffenburg wird im Westen, Norden und Osten vom Landkreis Aschaffenburg umschlossen. Im Süden grenzt der Landkreis Miltenberg
direkt an das Stadtgebiet an.
Im Hotel Wilder Mann stand schon eine Juniorsuite für uns bereit. Das Mainwasser stand schon bis zum Rand des Radwegs. Noch ein paar Tage mehr Regen und der Weg wird überflutet sein. Schon von weitem war das dumpfe Blubbern der Schiffsmotoren zu hören. Jetzt hieß es aufpassen. Wenn ein Frachtschiff uns entgegen kam, setzt die Bugwelle den Mainradweg Schwupp die Wupp unter Wasser. Das war manchmal so heftig, dass es einem fast die Beine weggerissen hat. Herrchen stellte fest, dass nur bei Belastung, das Rattern begann. Doch ist diese Situation auch als „Zahnarzt Effekt“ bekannt. Immer wieder dann, wenn das Rattern begann, stoppte Randy und schaut nach was die Ursache war. Der Kettenkasten hatte Randy nur noch mit einer Inbusschraube befestigt um schnell nachschauen zu können. Die Ursache blieb aber ein Geheimnis. Über Lohr und Gemünden kommen wir zum Städtehauptsitz in Unterfranken, Würzburg. Dort sind waren wir zu Gast im Hotel Mercure.
Wiki
Würzburg liegt zu beiden Seiten des Mains im mittleren Maintal (Maindreieck). Die Stadt wird überragt von der Festung auf dem Marienberg auf der westlichen Höhe einer Muschelkalkplatte, in die sich der Main eingesenkt hat.
Würzburg ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken mit Sitz der Regierung von Unterfranken, des Bezirks Unterfranken und des Landratsamtes Würzburg in Deutschland. Gegenwärtig hat die Stadt am Main, die eines der 23 Oberzentren des
Freistaates Bayern ist, über 133.000 Einwohner.
Wir radelten noch ein Stück am Mainufer entlang und schlagen die Richtung nach Ochsenfurt ein. Es hatte über Nacht ein wenig geschneit und wenn wir den ersten Schnee unter den Pfoten haben sind wir außer Rand und Band und der Boss muss uns erst einmal zur Resong rufen. Die B 13 stieg in Richtung Uffenheim an. Der Kraftaufwand, den Herrchen betreiben muss, war nun höher und auch der E-Motor wurde stärker belastet. Und immer setzte dieses Rattern ein. Randolph konnte keine dauerhafte Trittfrequenz durchziehen, da er immer wieder stoppen musste. Dann wieder ein Anstieg. Es rattert und knattert wieder. Diesmal hatte Herrchen die Schnauze voll, fuhr weiter und die Kette riss. Die Reparatur direkt am Rande der Hauptstraße und wir haben kein Warndreieck dabei, haha . Zum Glück war es Sonntag und keine großen Brummis waren auf der Strecke. Die Kette wurde um das gerissene Kettenglied kürzer und im ersten Moment glaubt Randolph das der Fehler beseitigt war, doch nach einigen Kilometern, rattert es wieder. Man, unser Boss hatte förmlich Angst fest in die Pedale zu treten. Das Ende dieses Spiel war es, dass wir stärker ziehen mussten. Das war nicht in meinem Sinne aber was tut man nicht alles um seinem Boss gerecht zu werden.
Vom Besitzer des Lichterhofs in Uffenheim werden wir herzlich begrüßt. Er hat auch einen vierbeinigen Freund aus Skandinavien, einen Elchhund. Die Herrschaften fachsimpelten ein wenig über unsereins. Dabei kam auch Chinooks großes Problem zur Sprache. Der Stuhlgang von meinem Sohnemann ist in Deutschland nicht normal. Herrchen hatte immer gemeint, dass in Deutschland die Standards der Kontrollen für Hundefutter hochwertig seien. Was er da zu hören bekam, ließ ihn seine Meinung revidieren. Es ist wirklich komisch, dass ein und das selbe Futter im Ausland uns absolut keinen Kummer bereitet und hier zu Hause bekam Chinook Durchfall. Randy versuchte es schon mit vielen Top Sorten und auch mit dem Hundefutter von Aldi usw. Es half bis Data nichts!
Als Herrchen dem Reporter von den Fränkischen Nachrichten über das mangelnde Interesse der Medien berichtete, antwortete dieser, dass unser „Herr und Meister“ sich auch einen schlechten Zeitpunkt gewählt hätte, um für Spenden zu werben. Die Weihnachtszeit wird von den Medien meist selber genützt, um für ihre selbst ins Leben gerufenen Spendenaktionen zu werben. Es würde kaum eine Chance bestehen, dass ein Redakteur über unseren Spendenmarathon berichteten der gerade zu in Konkurrenz zu ihren eigenen Projekten steht.
Weiter über das fränkische Hochland nach Bad Windsheim, was seinem Namen alle Ehre machte. Rauf und runter zum Ort Dietenhofen, Chinook und ich waren voll im Einsatz. Wir erreichen am 14.02. Heilsbronn, den Firmensitz von Ortlieb. Als erstes gingen wir Mal zu unserer guten Fee in die Reklamationsabteilung zu Elke Übel. Seit Jahren ist Elke mit Randy gut befreundet. Auch in Christoph der früher noch mit dem Sponsoring zu tun hatte, hat Randy einen Freund in der Firma gefunden. Christoph schreibt sogleich die Herrschaften der Presse in Nürnberg an. Um es vorweg zu nehmen, selbst eine Freundin von Herrn Ortlieb, die bei der Presse tätig ist, konnte nichts ausrichten. Wir hatten am 15.02 noch eine Unterhaltung mit Kerstin Engel die nun das Sponsoring betreute. Sie hatte die Aufgaben in dieser Angelegenheit von Christoph übernommen. Elke und wir waren auch dabei. Randy spricht seine Probleme hinsichtlich der Berichte in der Homepage an. Er würde ja gerne diese Exkursionen unter unseren Namen ins Internet stellen, aber er hat Angst davor. Erstens ist er kein Bücherschreiber. Zweitens, nach seinem Unfall in Argentinien ist sein Kurzzeitgedächtnis schwer blockiert und Gedankensprünge die kein Mensch versteht, wären keine Seltenheit. Das sei doch kein Problem, wenn Herrchen im Vorfeld darauf hinweisen würde, sagte Kerstin. Randy wusste nun, was er hinsichtlich seiner Exkursionsberichte unternehmen würde. Das Gespräch mit Elke und Kerstin hatte ihn wieder insoweit inspiriert, das er sich aus den verwirrenden Gedankenwegen lösen konnte. Auch in Bezug auf den Spendenmarathon wurde ihm einiges klarer aber er brauchte noch ein paar Anhaltspunkte um über die derzeitige Situation klar zu werden.
Auf der viel befahrenen B.14 radeln wir am 16.12. in Richtung Nürnberg. Sieben Kilometer nach Heilsbronn begann, Gott sei es gedankt, ein Radweg. Wir kamen in eine der schönsten Städte Deutschlands, Nürnberg.
Wiki
Nürnberg (fränkisch: Nämberch) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Mittelfranken des Freistaats Bayern. Sie ist mit über 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns und vierzehntgrößte der Bundesrepublik Deutschland. Zusammen mit den direkt benachbarten
Städten Fürth, Erlangen und Schwabach bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankens.
Geographische Lage [Bearbeiten]
Nürnberg liegt zu beiden Seiten der Pegnitz. Die Pegnitz entspringt etwa 80 Kilometer nordöstlich der Stadt und durchquert das Stadtgebiet auf einer Länge von etwa 14 km von Ost nach West. Im Bereich der Altstadt wurde der Fluss stark kanalisiert. Im benachbarten Fürth
fließen die Pegnitz und die Rednitz zusammen und bilden den Fluss Regnitz. Vor allem im Norden und Nordwesten von Nürnberg wurde die Landschaft stark durch die Anschwemmungen der Pegnitz geprägt. Im Norden Nürnbergs befindet sich mit dem Knoblauchsland ein wichtiges Gemüseanbaugebiet. Im Süden, Osten und Norden der Stadt erstreckt sich der Nürnberger Reichswald. Der Unterboden Nürnbergs besteht aus weichem Sandstein, der im Keuper entstanden ist. Nördlich von Nürnberg befindet sich die Fränkische
Schweiz, ein Mittelgebirge mit einer Höhe von teilweise über 600 Metern über dem Meeresspiegel.
Wir radelten am Frauentorgraben entlang, der vor der gewaltigen Stadtmauer liegt. Durch das Färbertor kamen wir auf den in aller Welt bekannten Weihnachtsmarkt. Hunderte von Menschen drängelten sich durch die schmalen Gassen der Verkaufsstände. Es duftete nach Lebkuchen, Brezeln, kandierten Früchten, Schokolade und Zimt, was für ein Eldorado für unsere Geruchssinne. Doch schon nach wenigen Metern drehten wir um. Es war eigentlich nicht der Markt der uns zur Umkehr
zwang, es waren die vielen Zweibeiner die uns keinen Respekt zollten. Randolph hatte Sorge, dass Menschen uns wieder antatschen würden und wir eine Reaktion zeigen die diesen Zweibeinern nicht gefällt. Wie würden den Frauen reagieren, wenn Randolph hergehen würde und sie einfach ohne zu fragen anfassen würde. Schade und Herrchen hätte so gerne den
Weihnachtsmarkt erkundet. Wir radeln zum Best Western City West, wo wir vom Generalmanager empfangen werden. Nicht eine der Medien, die Christoph kontaktiert
hatte, hat Herrchen angerufen. Auch die Radaktion der Nürnberger Bildzeitung, die angeblich von der Zentrale der Aktion ein Herz für Kinder informiert wurde, wusste nichts. Damit wurde ihm wiederum klar, dass er bei dieser Aktion auf sich selber angewiesen ist. Und wieder schloss sich ein Türchen für Ein Herz für Kinder.
Unser Boss verfuhr sich stadtauswärts. Das lernt der nie, haha. Es kostete ihn Zeit und Kraft. Da er uns in Städten nicht unnötig den
Gefahren der Zweibeiner aussetzen möchte, saßen wir meist im Trailer. Und gerade dann ist, der E-Motor bei dem Gesamtgewischt von 260kg eine große Hilfe. Route nach Altenfurt, Nürnberg-Feucht und weiter auf der B.8. Die Temperatur fiel langsam unter null C°. Schwere graue Wolken zogen sich über dem Westrand der Fränkischen Alb zusammen. Als wir die die Große Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz erreicht hatten fielen die ersten Schneeflocken.
Das Raleigh hoppelte über die Pflastersteine der schönen Altstadt von Neumarkt mit seinen markanten Kirchtürmen. Im Hotel Diedmayr, wurden wir freundlich empfangen. Auch Herr Diedmayr hat sich über unser Tun im Internet schlau gemacht. Wenn jeder Hotelbesitzer oder Generalmanager sich diese Mühe machen würde hätten wir keine Probleme Nachtquartiere zu finden.
Die Firma Bohle (Schwalbe) die uns seit Jahren mit Reifendecken sponsern hatten uns schon die Spikesreifen ins Hotel gesandt. In der Suite die uns zu Verfügung gestellt wird, konnte Randy die Winterreifen aufziehen. Auch schaute er wieder nach unserem eigentlichen
Problem, dem Rattern und fand nichts. Es schneite auf Teufel komm raus. Nach ein paar Kilometern steckte der nasse klebrige Schnee, unter den Schutzblechen so fest, dass wir nur mit enormen Kraftaufwand weiter kamen. Es war ein Unding heute weiter zu fahren. Der Radweg durchs Altmühltal war nun nicht mehr befahrbar, somit setzen wir unsere Reise nach Regensburg auf den Hauptstraßen fort.
Wiki:
Regensburg (von lat. Castra Regina: Lager am Regen ? nach dem ab 179 n. Chr. existierenden röm. Legionslager) ist eine kreisfreie Stadt in Ostbayern. Sie ist Hauptstadt des Bezirks Oberpfalz und Sitz der Regierung der Oberpfalz sowie Sitz des Landrats des Landkreises
Regensburg. Seit dem 13. Juli 2006 gehört die Regensburger Altstadt mit Stadtamhof zum UNESCO-Welterbe.2008 hatte die Stadt 133.525 Einwohner.
Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und den Mündungen der linken Nebenflüsse Naab und Regen. Im Stadtgebiet liegen zwei Donauinseln, der Untere und der Obere Wöhrd. Der Stadtteil Stadtamhof gehörte ursprünglich zum nördlichen Uferbereich der Donau, er wurde durch den Bau des Europakanals, einer Schifffahrtsumgehung der
Altstadt, ebenfalls zu einer Insel. Im Stadtgebiet stoßen vier sehr unterschiedliche Natur-Großräume aneinander:
Auch in dieser von alt ehrwürdigen Baumeistern errichtete Stadt, bekamen wir keine freie Unterkunft. Für Randolph begann zu Rechnen. Mit uns kostete eine Übernachtung mehr, als wenn wir mit dem Zug nach Österreich fahren würden, wo wir in Linz im Park Inn
Hotel eine freie Unterkunft hätten. Der Gedanke behagte unserem Boss überhaupt nicht. Doch was soll`s, Herr Westphal. Du hast weder Reaktionen von den Medien bekommen, noch kannst du etwas in Deutschland bewirken. Wir werden allerhöchstens noch überfahren, weil
wir den Radweg nicht befahren können. Auch würden der Zeitplan 100pro wieder stimmen. So fahren wir bis nach Passau mit dem Zug. In Passau dasselbe Spiel wie in Regensburg keine Hotelunterkunft keine Medien. Aber zumindest war der Radweg an der Donau hier noch befahrbar. Von der Dreiflüssestadt Passau ( Donau, Inn und Ilz) fließt die Donau gemächlich in großen Kehren durch ein Hügelland. Wir sind nun in Österreich. Die erste Nacht im Zelt, ist auch mal wieder schön.
Die Donau teilt hier Ober und Niederösterreich. In Linz, der
Landeshauptstadt von Oberösterreich hat uns das Neue Hotel Park Inn eingeladen. Im Zimmer begann Randy sofort mit der Medienarbeit. Die Reporter sagten gleich, dass es um die Weihnachtszeit von Veranstaltungen nur so wimmelte. Aber man wird sich bemühen es doch
irgendwie hinzubekommen. Und die Redaktionen riefen dann auch zurück, sodass Herrchen wenigstens Bescheid wusste. Von dem Hotel in Amstetten hatte er allerdings keinen Rückruf bekommen. Leider waren die Medien zu beschäftigt, nur ein Reporter von der Oberöstreichischen Nachrichten(OöN) fand Zeit für uns. Er wird Morgen um 9.00 Uhr zu einem Interview in die Lobby kommen.
Randy ist absoluter Sicherheit kein Städte-Fan. Außer Museen, und wiederum nur bestimmte dieser Art, sind eventuell das einzige, was er in diesen großen Menschen-Zwingern aufsuchte. Außerdem geht es ihm ganz schön auf den Keks, mit uns durch die Straßen zu laufen. Wir haben ja auch unsere Bedürfnisse, die er immer in Plastiktüten wegmacht. Was ihm
aber auf den Sender geht, ist das ständige Markieren der restlichen Herren im Team. So rochen wir nicht viel von dieser Europäischen Kulturhauptstadt von 2009.
Um kurz vor neun Uhr klingelt das Handy. Der Reporter der Oberöstreichischen Nachrichten war am Apparat. Er verwies uns auf einen Kollegen in Amstetten. Auf der Wienerstraße B.1 Stadt auswärts. Er fragte weibliche Passanten nach dem Weg. Und wie immer zeigen die Damen nach rechts und meinen links. Gehört, registriert und doch falsch gefahren Herr Westphal, haha. Der Schnee ist geschmolzen und es stand Dreckwasser auf dem Asphalt. Randy versuchte uns so oft es auch nur möglich war, uns aus diesem Schmuddelkram herauszuhalten. Das ging natürlich auf die Kräfte, die ihn trotz des E-Motor nach ein paar Stunden verließen. So mussten wir doch durch das Salzwassergemisch laufen und dementsprechend sahen wir dann auch aus. Auch Herrchens gefederte Sattelstütze von Hillreiner hatte sich nach 1050 km an diesem Tag verabschiedet. Das Ding ließ sich nun um 360° drehen. Das einzige Plastikteilchen an der Stütze war hinüber. Die Ladekapazität der zwei Batterien reichte nicht aus um eine Tagesstrecke von mehr als 55km mit dem Team im Hänger zu bewältigen. Auch hatte Randolph das Gefühl dass, wenn die Temperatur einige Grad unter null fiel, auch die Trittunterstützung weniger wurde. Konnte natürlich auch sein, dass Herrchen die Kraft verließ.
Hannes Fehringer von den Oberöstreichischen Nachrichten kam uns mit Lichthupen einige Kilometer vor Amstetten entgegen. Er war sehr besorgt darüber, dass wir
vielleicht keine Unterkunft in der Kleinstadt bekommen könnten. Auch er hatte nicht viel Zeit und uns sozusagen dazwischengeschoben. War aber ein feiner Zug von ihm.Nach dem kurzen Interview fuhr Hannes zu einem Gasthaus, wo er vermutet, dass der Besitzer uns auch einladen würde, da dieser auch ein Hundefan ist.Das war übrigens das gleiche Hotel was Herrchen angeschrieben hatte und keine Antwort bekam, deshalb hatte er keine großen Hoffnungen. In der Zwischenzeit ließ Herrchen uns über eine schneebedeckte Wiese tollen. Erstens können wir ein bisschen spielen und zweitens wird bei dem herumtoben unser Fell sauber. Am Ortsschild ist Hannes wieder zurück. Er war hinsichtlich der Antwort des
Hotelbesitzers enttäuscht. Und er war sich so sicher! Er müsste jetzt zu einem anderen Termin aber er würde Herrchen heute noch anrufen. In der Stadt Amstetten steuert der Boss schnurstracks zum besten Hotel am Platz, das vier Sterne Hotel Excel. An der Rezeption brachte er sein Anliegen vor. Der Besitzer Herr Rudolf Decker hörte kurz in unsere Story rein und ohne großartig die Referenzschreiben vorzuzeigen, bekamen wir ein sehr geräumiges Zimmer. Hannes der Reporter ruft noch einmal an und fragt ob wir eine Unterkunft gefunden hätten. Er möchte das Interview noch etwas ausführlicher führen und würde mit einem Kollegen vom Tipp kommen. Um 19.00 Uhr in der Lobby im Excel mit allen Beteiligten und Herrn Decker der Randy anschließend zum essen einlud. Bei diesem längeren Interview ist Herrchen endgültig klar geworden, das er für „Ein Herz für Kinder“ nicht mehr fahren wird. In einem Mail informiere er die Zentrale in Hamburg, dass er ab dem 01.01.2010 nicht
mehr für diese Aktion radelt. „Schuster bleibe bei deinen Leisten“ ist eine kleine Weisheit die
unser Boss bewerkstelligen sollte. Bis zum heutigen Tag, hatte er rund Euro 11.000 eingeradelt und nicht mal eine Danksagung bekommen.
Von der Wienerstraße auf die B.3 nach Melk. Über die Brücke auf die linke Seite der Donau, nach Emmersdorf/Wachau. Die Familie Pichler vom Best Western Landhotel Wachau empfing uns. Frau Pichler hatte schon den Kontakt zur Hauptzentrale Best Western
Österreich hergestellt. Und diese haben nicht wie ihre Kollegen in Deutschland mit Klage gedroht, das krasse Gegenteil ist der Fall. Wir stehen sogar mit der Familie Pichler im Internet.
Die Donau macht nach Emmersdorf einen großen Bogen in Richtung Wien. Auch ist der Donau-Radweg nicht mehr so gut zu befahren. So beschloss Randy landeinwärts über Melk St. Pölten nach Klosterneuburg um zum dortigen Park Inn zu radeln. Auch steht in Klosterneuburg ein
Stift wie in der Stadt Melk. Mann, was die Prunkbauten wohl an Menschenleben gekostet haben. Da könnte man zum Atheist werden. Weihnachten stand wieder einmal vor der Tür, nein was sage ich, heute ist ja Weihnachten. Im Park Inn waren wir über die Feiertage in einer Junior Suite eingeladen. Als Weihnachtsgeschenk bekommen wir jeder einen großen Rinderknochen an dem wir uns einige Stunden aufhalten können. Randy gönnte sich einen Weihnachtsbraten. Nach den Feiertagen radelten wir nach Wien zum und von dort nach Ungarn. Györ, Tatabanya und weiter nach Budapest.
Wir fuhren am Balaton (Plattensee) durch Balatonlelle. Der See war zugefroren, was sicher sehr schnell geht, da er nur eine geringe tiefe hat.
Ab dem Ort Fonjod radelten wir vom Balaton landeinwärts in Richtung Osten. Nach einigen Kilometern erreichten wir den Ort Lengyeltoti wo wir nach Buzsak abbogen. Buzsak ist zu einer Deutschen Enklave geworden. Sogar der Vater von Randy´s Ex, hatte sich hier vor langer Zeit ein Haus gekauft. In diesen von Ungarn gebauten Häusern ist aber meist nur Schuften angesagt. Man kann zwar in Ungarn für wenig Bares ein Haus kaufen, allerdings sind diese Häuser nicht annähernd mit dem deutschen Standard vergleichbar. Nur wenn man viel Zeit für Renovierungsarbeiten und Geld übrig hat, sowie das “Abenteuer” Haus sucht, dann kann man sich hier erst einmal austoben. Die Dämmerung war hereingebrochen. In diesem fahlen Licht sah ein Haus aus wie das andere. Ihr Äußeres fast quadratisch, die Wände grau und weißgetüncht. Die Häuser sind von der Hauptstraße durch einen Straßengraben und einen Fußgängerweg getrennt. Das ist fast in jedem Dorf so. Hinter jedem zweiten Gartenzaun wurden wir von Hunden angekläfft. Umso weiter man sich von größeren Städten entfernte umso geringfügiger schenkt man den Tieren Beachtung. Unsere Artgenossen sahen vieler Orts katastrophal aus. Verdreckt und von Flöhen gepeinigte, arme Kreaturen. Das sind, wie man in Deutschland sagen würde “Nottiere”, die in ihrem Leben die Menschen nicht gerade als verantwortungsvolle Wesen kennen gelernt haben. Die Menschen, die so etwas machen, sind in meinen Augen arme Kreaturen, da sie nicht wissen wie man den besten Freunde des Menschen behandelt. Und trotzdem würden diese vierbeinigen Freunde ihr Herrchen bis zum Tod verteidigen.
Vom Dorf Taska hatten wir nur noch 5,4km bis zum Ortsschild von Nikla.
Die Hauptstraße in Nikla macht einen 90°-Knick. Kaum sind wir um diese Kurve, wurden wir von zwei großen dreckigen Hunden attackiert. Yukon der Dösbadel, machte keinerlei Anstalten mit uns zu kämpfen. Er hatte doch als einziger im Team keine Zugleine an und könnte sich frei
bewegen ohne sich zu verheddern. Doch Randy springt vom Bike herunter und schrie so laut, dass diese “Rasse-Köter” einhalt geboten. Er hob dabei den Arm, als wolle er mit etwas werfen. Die dreckigen Kerle drehten um und suchen das Weite. Mann, haben die Angst vor dem Menschen. Ein Stück weiter hielt Herrchen vor einem schönen neuen Haus an. Kann das sein? Wau, ein ganz tolles Haus. Vor fünf Jahren, als ich zum ersten Mal als Welpe hier war, sah das noch gar nicht so gut aus. Da betonierten Arbeiter auf dem vorderen Teil gerade die Bodenplatte. Das Fundament ist 58m lang. Die Bauarbeiten waren scheinbar in drei Stufen eingeteilt. Auf dem mittleren Teil des Fundamentes legte man gerade 14mm Stahlmatten aus, ganz hinten wurden Eisenkörbe auf dem Ringanker montiert. Die dicke Elefantenhaut, die später über den Estrich gezogen wurde, lag schon vor der Baubude. Auf dem einen Hektar großen Grundstück war nichts zu sehen, außer aufgetürmte Erde, Gras, Baumaschinen, Stahlmatten und Ytong-Steine (Gasbetonsteine). Ich fragte mich damals, was das für ein Haus geben soll? Denn eins, zwei Tage zuvor sah ich, wie die Ungarn bauten. Ein Fundament aus verschachtelten Klinkersteinen mit einer 3cm dicken Bodenplatte und das war es auch schon. Und hier war die Bodenplatte schon über 20cm dick, und es kam noch Folie und Estrich darauf. Randys Freunde schienen für die Ewigkeit zu bauen. Heute sah ich diesen Bau zum ersten Mal fertig. Deutsche Wertarbeit, wie Herrchen sagen würde. Seine Freunde bauten dieses Gebäude nach allen Gesichtspunkten der Wärmetechnik.
Er ging ins Haus, und man hört, wie sie sich alle freuten. Nach der Begrüßung, bla, bla, bla die Menschen lieben es halt sich lange zu
unterhalten und beschränken sich nicht auf das Wesentliche. Was in
meinem Fall der Magen war. Hunger und Durst Herr Westphal! War ja
verständlich, die Freunde hatten sich ja schon sehr lange Zeit nicht
gesehen. Doch Herrchen vergisst dabei seinen eigenen Leitsatz : “Erst
mein Team!”. Doch dann, endlich, zeigte man uns, wo wir die nächsten Tage verbringen würden. Vom Haupthaus gehen wir auf der überdachten Terrasse in das dritte Appartement. Mmh sehr schön, im Mediterranen Stil eingerichtet. Wunderschön, hier konnten wir uns schön ausbreiten, doch jetzt rück erst einmal unser Fressen raus. Während wir zu Tisch waren schob Randy das Raleigh und Trailer in das noch unfertige Gästehaus. Gästehaus ist wohl untertrieben. Von den Abmaßen her ist es genau so groß wie das schöne vordere Haus, in dem seine Freunde leben. Herrchen gab uns noch ein paar Leckerlis und verduftete ohne uns. Randy war dann führ unseren Zeitbegriff lange weg was wir gar nicht gewöhnt sind.
Am Morgen stand Randy mit uns auf, wir haben ihn eine Stunde länger
schlafen lassen. Gegen 7.30 Uhr wurde es “helle” wie die Sachsen sagen. Herrchen öffnete die Tür und wir schossen aus dem Appartement heraus. Nur Yukon nicht. “Heh, Alter, was geht ab?” – ruft ihm Chinook zu. Yukon schaut schon komisch aus mit dem weit geöffnetem Maul. Der Unterkiefer hängt ihm herunter als gehörte er nicht zu ihm. Na ja, wird schon nichts Besonderes sein. Wir rannten auf dem riesigen Grundstück herum und spielten verstecken. Um den Pool, am Grillplatz vorbei. Ich verstecke mich hinter den Akazien. Chinook erspäht mich und raste hinter mir her. Am Kinderspielplatz vorbei und fast hätte er meinen Schwanz erwischt, wenn er nicht gegen den Schwenkgrill geschrammt wäre, hehe, Döskopp.
Herrchen machte das erste Zwischentor auf und wir liefen in Richtung
Pferdekoppel. Yukon kam nur sehr langsam daher getrapst. Das Maul immer noch weit offen. Der Speichel lief aus seinen Mundwinkeln, wie früher bei einem Boxerhunden, das haben die Menschen ja auch weggezüchtet. Als Herrchen dies registrierte schlug sein Puls höher als gewöhnlich. Er rief Yukon zu sich. Hatte der alte Mann (Yukon) das gehört? Dieses erstaunliche Hörproblem hatte schon vor zwei Jahren begonnen. Mal verstand er und mal nicht. Ich glaube es ist ein inszeniertes Hörproblem. Randolph fühlte und drückte auf Yukons
Zähnen herum. Tastet den Kiefer ab, doch von Yukon kam keine
Schmerzreaktion.
Mit seinem Freund fuhren sie nach dem Feiertag zum Tierarzt nach
Balatonlelle. Nach der Untersuchung konnte der Tierarzt noch nichts
Genaues sagen. Er vermutete eine Vergiftung. Es wäre eine
Blutuntersuchung von Nöten und nahm Yukon Blut ab. Weiterhin bekam er eine Antibiotika und eine Aufbauspritze. Einen Teil des Blutes
untersuchte der Doc selber. Der andere Teil wurde ins Labor nach
Budapest geschickt. Nach zwei Tagen fuhren wir wieder zum Doc nach Balatonlelle. Die Diagnose: Seine Organe, also Nieren, Leber etc. sind alle ok. Der Testbericht aus Budapest war noch nicht da. Noch eine Aufbauspritze und ab nach Nikla. Sein Freund erzählte Randy, dass die Lebensunterhaltung in Ungarn schon fast so teuer ist wie in Deutschland wären. Aus dem Auto raus und ab in Richtung Koppel. Das Gelände ist so hermetisch abgeriegelt, dass kein Hund von außerhalb zu uns konnte.
Ich roch auf jeden Fall einen anderen Hund und das war mir schon am ersten Tag aufgefallen. Ich konnte Yukon kaum verstehen was er mir sagen wollte mit seinem heruntergefallenen Kiefer. Ich verstand nur Tochter. Aber jetzt blickte ich durch, die Hündin Cheyenne von Randys Freunden war die Tochter von Yukon.
Dieser alte Sack! Und mir sagte er, ich wäre die die Erste gewesen,
was ein Tunichtgut. Na ja, wir nehmen das in unseren Kreisen nicht so
genau. Auch legen wir nicht so großen Wert auf das Aussehen, was
manchmal schon besser wäre. Dafür gibt es ja Menschen die für unser Statur sorgen und die wiederum das Züchten übertreiben. Ich wünschte mir nur eines, dass jeder Artgenosse ein Herrchen hat, dass ihn seiner Art entsprechend behandelt. 4 Tage später, war der Testbericht aus dem Labor in Budapest da. Yukon hatte eine Anämie, eine Blutarmut. Zum Glück war es bei Yukon kein Blutkrebs sondern ein regenerativer Lymphkrebs. Krebs, so habe ich es jedenfalls verstanden. Eine Heilung war somit möglich. Für seine Blutarmut bekam er einen Stahlträger zu knabbern, haha. Ich meine Eisenvitamine in Tropfenform, die unheimlich schlecht schmeckten. Der Doc gibt Randy eine Spritze mit, sodass er das Zeugs in Yukons Maul spritzen kann.
Anämie – aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Die Anämie (synonym: Blutarmut, Blutmangel) ist in der Medizin definiert als:
eine Verminderung der Konzentration des roten Blutfarbstoffs
(Hämoglobin) und/oder eine Verminderung des Hämatokrits (prozentualer Anteil der zellulären Elemente am Blutvolumen) und/oder
eine Verminderung der Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)
unter die der Altersnorm entsprechenden Menge (Erythrozytopenie).
Bei einer Anämie ist die Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes
vermindert. Infolgedessen kann es in ausgeprägten Fällen zu einer
Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff (Hypoxie) kommen.
Es handelt sich um ein erworbenes, angeborenes oder durch Erkrankung beziehungsweise Verletzung bedingtes Missverhältnis zwischen der für die Deckung des Sauerstoffbedarfs der peripheren Gewebe notwendigen Konzentration an Hämoglobin und der Bedarfsdeckung. Diesem Defizit und damit den oben beschriebenen Ursachen liegt entweder eine Störung der Bildung roter Blutkörperchen, der Blutbildung im Knochenmark oder ein vermehrter Abbau zugrunde.
Auch Erkrankungen, Verletzungen oder physiologische Zustände (etwa
Schwangerschaft oder Menstruation) können durch den damit verbundenen Blutverlust zur Anämie führen, wenn bei der Kompensation oder Behandlung lediglich die Blutplasmamenge ersetzt wird und dadurch die Gesamt-Hämoglobin-Konzentration im Blut abnimmt.
Wir fuhren zum Training alle zwei Tage die gleiche Strecke. Tazska, Buzsak, Lengyeltoti, Öreglak, Nikla. 34,03km. Chinook und ich laufen 90% dieser Strecke. Yukon läuft nicht einmal 10%. Von Tag zu Tag ging es dem alten Herren besser. Auf dieser Trainingsstrecke stellt Randy fest, dass eine der Batterien nur noch 2/3 der Kapazität hat. Momentan drehten sich seine Gedanken nur um Yukon und wie er mit ihm die Exkursionen fortsetzen konnte. Eines war ihm klar, mit dieser dauerhaften Belastung mit Yukons Gewischt von 33kg konnten wir nicht durch die Alpen. Es würde eventuell funktionieren, wenn man drei oder vier Batterien mitführen würde. Dann wiederum stand das Problem des Aufladens in Raum.
Er will das Radeln nicht aufgeben, doch ohne Hilfe klappt das nicht so
ganz. Wir können ihn nur eine bestimmte Zeit helfen , aber auch keine
70km am Tag. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, wo soll
diese Energie dann herkommen? Yukon muss laut dem Doc noch einige Wochen ausruhen. Da sein Freund nach Deutschland musste, beschloss er mit ihm zu fahren. Auf dem Dach wurde das Raleigh auf zwei Kanthölzer montiert und festgezurrt. Schneetreiben und Eisglätte bis nach Österreich. Randy übernahm das Steuer fuhr bis kurz vor Würzburg. Dann wieder der Fahrerwechsel. Und das war auch gut so, da Herrchen Müde wurde. Sein Freund griff während des Fahrens aus dem Fenster und fühlte das Raleigh nicht. „Das Rad ist Weg“ rief er. Dabei macht er einen kleinen Schlenker und prompt wurden wir von
der Bullerie, angehalten. “haben Sie getrunken?” Bei Randy waren sich
die Polizisten nicht so ganz sicher, der spricht mal wieder, wie Joe
Cocker nach zwei Flaschen Whisky. Der arme Kerl hat immer noch
Nachwehen, das sind eben die Begleiterscheinungen vom Unfall in Argentinien.
NANOOK u. CHINOOK, KRANKER YUKON, DAS KÖNNTE AUCH IHR URLAUBSZIEL SEIN!!
Exkursion Benelux Nanook
Yukon hatte sich wieder erholt. Herrchen dagegen hat immer noch die seit neun Monaten anhaltende Schleimbeutelentzündung in der linken Schulter. Das macht ihn ab und zu ganz schön grantig und er hasst dann seinen Körper der sowieso ganz schön lediert ist. Unser Weltenradler kapiert nur langsam, dass er keine 35 Jahre mehr ist. Egal, auf jeden Fall hatte er wieder einmal im Vorfeld versucht per Mail unsere Reise in die Beneluxstaaten zu koordinieren. Weder von der Niederländischen Krebshilfe die er dreimal angemailt hatte noch vom Hotel in Harderwijk hatte er eine Rückmeldung bekommen. Sein Freund Jörg Wenzel der im Batteriebusiness tätig ist, wollte ihm noch zwei Batterien sponsern. Doch stellte sich dies als schwierig heraus, da diese speziell von Panasonic hergestellten Batterien nur an Händler verkauft werden, die auch Fahrräder haben die mit einem Panasonic E-Motor ausgestattet sind.
Einen Tag vor unserer Abreise holte er noch eine Batterie bei Zweirad Schmidt. Somit waren wir für mindestens 100km Fahrleistung abgedeckt.
Randy hat in seinem Hinterkopf immer noch das Problem Yukon mit seinen 13 Jahren. Dazu kommt noch das wir in den Sommer hineinfahren und somit die Aktivität von Chinook und mir nachlässt und somit viel im Trailer sitzen. Wir werden sehen wie das seine Muskulatur aushält.
Seine Planung war folgende, mit unserem Auto nach Harderwijk/Holland, wo sein Freund Jörg sich mit einem Niederländische Geschäftsmann zusammen getan hat. Celectric verkauft zum Beispiel, Batterien für Gabelstapler und so weiter.
Am Sonntag den 11.04.2010 fuhren wir nach Harderwijk Niederland. Im Hotel angelangt, stellte sich heraus, dass diese keine Hunde erlauben. Randy suchte einen Campingplatz, doch auch hier war die Überraschung groß, keine Hunde. Nun standen wir vor einem Problem. Alle Hotels in Harderwijk, no Dogs. Alle Campingplätze die wir angefahren hatten, no Dogs. Er fuhr noch ein zweites Mal zum Hotel in Harderwijk und beim Gespräch mit der Rezeption war von einem Best Western in Putten die Rede. Wir fuhren hin. Man empfing Herrchen sehr entgegenkommend und bemühte sich. Man hatte für uns im Keller einen Raum hergerichtet und Herrchen war in einem Zimmer über uns.
Am nächsten Tag kümmerte sich Miriam vom Sales und Marketing um uns. So einfach drauf los fahren wollte Herrchen nicht. Randolph versuchte erst einmal unsere Hollandreise etwas zu koordinieren. Das setzt voraus, dass Presse und Hotels im Vorfeld informiert wurden. Die Lokalzeitungen waren dann auch schnell zur stelle nachdem sie von Mirjam informiert wurden. Wir fuhren per Rad nach Harderwijk um die Firma Celetric aufzusuchen. David Bunders empfing uns. Jörg wollte anwesend sein, doch leider ist sein Schwiegervater gestorben, den auch Herrchen kannte. Herrchen sagte er war ein Guter.
Mit David fuhr Herrchen unser Auto in Putten holen um es dann auf dem Werksgelände für die Zeitdauer unsere Benelux- Exkursion abzustellen. Mirijam fragte Randy ob er vielleicht mit den Angestellten zu Abend essen wollte und wenn ja solle er sich Zeit lassen. Randy fragte nach der Uhrzeit, in 5 Minuten?
Am 13.04.2010 starteten wir vom Best Western in Putten unsere Exkursion durch die Beneluxstaaten. Schon nach wenigen Kilometern fluchte Herrchen. An diesen Schmerz hast du dich auch zu gewöhnen sagte er zu sich selber und meinte damit die Schleimbeutelentzündung.
Wunderbar angelegte Radwege führten uns durch einen Eichenwald nach Apeldoorn. In dieser Kleinstadt mit seinen 150.000 Einwohnern befindet sich das Lustschloss vom Wilhelm dem Dritten von Oranien. Auf dem Parkplatz wollte Herrchen uns postieren um das Schloss Palais het Loo zu besichtigen, doch gleich kam ein Wärter und meinte, dass Hunde auf dem Parkplatz nicht erlaubt sind. Da hört sich doch alles auf! Sind in den Niederlanden keine Hunde üblich oder ist es vielleicht so wie in Deutschland die 80 % der Menschen die einen Vierbeiner besitzen von diesen trassiert sind.
Von der Stadt Deventer in Richtung Zutphen und zum kleinen schönen Dorf Almen. Einen Kilometer außerhalb des Dorfes fuhren wir zum Best Western Landgoed Ehzerwold. Man war etwas perplex als Randolph sein Anliegen vorbrachte. Man ruft in Putten an. Das Mail war nicht angekommen das Mirijam gesandt hatte. Mittlerweile hatte sich auch der Manager Richard mit eingeschaltet. Er bat Randy um Entschuldigung und der Aufenthalt wurde organisiert. Die Lokal-Presse wurde informiert und versandt E-Mails an alle Best Western die wir besuchen wollen. Langsam rundete sich das Bild ab, dass sich Randy ausgemalt hatte. Aber was läuft auf unseren Exkursionen schon rund ab?
Randy hatte seit dem Besuch im November bei Ortlieb ein Dicktiergerät von Elke und …..bekommen. Beim besprechen des Gerätes stellte er fest. Das auch seine normale Sprache recht langsam war. Herrchen ist von der Sauberkeit die in Dörfern und Häusern und sogar auf den Bauernhöfen total begeistert. Alles blitze blank. Die Zweibeiner achten sehr auf ihre Behausungen. Lochem, Goor und weiter am Twentekanaal zur Stadt Almelo und Almelo-Haandrik Kanaal nach Coevorden. Das war ein Knapp Hundert Kilometer Trip mit heftigem Gegenwind. Ohne den E-Motor hätte sich unser Herrchen total verausgabt und hätte mit Sicherheit einige Krämpfe in der Nacht bekommen. Auch im Best Western Coevorden durften wir leider nur in die Garage übernachten. War uns auch egal, nachdem wir Heute 70km gelaufen sind, schlafen wir eh gleich. Als uns Randy am Morgen zum Bildinterview holte war Chinook wieder einmal an seinen Pfoten lediert und hinkte zum Eingang. Stell dich bloß nicht so an meinte Herrchen und der kleine hörte auf zu hinken. Herrschen hat ja auch recht, meine Männer sind schon etwas mimosenhaft.
Nach Emmen sehe ich keinen Wald nur noch Einzelstehende mehr in Richtung Stadskanaal. Marco der Manager vom B.W. Stadskanaal wartete schon mit einem Reporter der Lokalen Zeitung auf uns. Hier waren wir mit Herrchen in einem schönen geräumigen Zimmer. Wir fuhren nun in den Landesteil Groningen ein. in Richtung Assen. Auch hier wusste man im ersten Moment nicht bescheit. Irgendetwas schein doch foul mit der Mail-Übertragung zu sein. Chinook ist nur noch bedacht auf dem Gras zu laufen und zieht nicht mit. Herrchen zieht ihm Babysocken an und das verstärkte Klebeband bildet nun die Sohle. Diese Art von Hundeschuhen hilft Chinook und unserem Geldbeutel. So ein Paar Hundeschuhe (Buddis) kosten schon ein paar schöne Mark und halten auf Asphalt auch nur ein paar Tage. Doch Herrchen scheint damit auch noch nicht zufrieden zu sein. Auf dem Lande sind viele Häuser mit Rieddächern bedeckt.
Am Montag den 19.04. erreichten wir die Stadt Universitätsstadt Groningen. Erst suchte Herrchen das Dagblad Noorden auf. Diese Zeitung zeigte kein Interesse, was unser Herrchen natürlich ärgerte. Wir fingen an unser Nachtquartier zu Suchen. Hier im Norden gab es keine Best Western Hotels mehr, so hatte Herrchen schwer damit gerechnet, das wir hinaus aus Land fahren würden um dort unser Zelt aufzustellen, wenn ein Campingplatz Hunde zulässt. Aber bevor Herrchen das tut, fragte er lieber mal in anderen Hotels nach. Man weis ja nie wie die Situation ist. Zum Beispiel im Mercur Hotel war nur ein Hund erlaubt außerdem nicht kostenfrei. Wenn schon der Mann/Frau an der Rezeption unser Herrchen erst gar nicht richtig zu Wort kommen lässt. Noch hinzu lächelnd und mit einem Stirnrunzeln zum Manager hinüberschaut der Randys Anfrage mithörte hatte, wie es im Mercur Hotel der Fall war. Dann, hat Randolph schon verloren.
Bevor Herrchen beim nächsten Hotel die Referenzschreiben auspackt, fragt er erst einmal ob das Team überhaupt übernachten darf. So die Frage beim nh Hotel ob Hunde erlaubt seien. Höflich wurde eine Absage erteilt. Sie hätten aber ein nh Schwesterhotel in der Stadt was Hunde aufnimmt. Dort fuhren wir hin und man gab sich Mühe zuzuhören. Und wenn das der Fall ist, haben wir schon fast gewonnen. Es war übrigens das einzige Hotel in dieser Universitätsstadt, das Haustiere aufnahm.
Randy versuchte am nächsten Tag mit der Uni Kontakt aufzunehmen, dass bei lachenden Lehrern und Informanten ein schnelles Ende fand. Dann versucht er es bei der Stadtverwaltung. Vielleicht ging mit deren Beziehungen was. Fehlanzeige.
So zogen wir weiter gegen Norden nach Friesland. Wieder bewältigten wir 80% der Strecke mit laufen. Der Wind war einfach zu stark um das Herrchen sagen konnte, springt auf. Wir kamen an das Lauvermeer. Auf dem Binnenmeer war kein Boot zu sehen, Windstärke 5. Auf dem einzigen Campingplatz schlugen wir geschützt zwischen zwei Wohnwagen Tent auf.
Bei Windstärke 6 am nächsten Tag hatte unser Boss einiges zu tun, bis er die Plastikplane und das Zelt so weit hatte, dass es auch in den Anhänger passte. Ich könnte mich dann meist fortwerfen vor lachen, wenn Herrchen über den Wind flucht. Wir fuhren, Chinook und ich liefen natürlich. In der schönen Kleinstadt Dokkum machten wir erst einmal Pause und Herrchen der alte Suchtknochen, genoss wieder einen guten Kaffee.
Wir düsten dann weiter, um auf eine der West-Friesischen Inseln, Ameland. Wir fuhren bis zum Fährhafen. Randy kam Kopfschüttelnt aus dem Ticketoffice. Fünfzig Euro für das Fährschiff und dann noch die Campingplatz gebühren für einen Tag. Da ich ja sowieso kein Sand, Meer und Dünnenmensch bin spare ich das Geld eher für etwas zu Essen auf. Zurück nach Dokkum. Rückenwind, nicht laufen. An dem Schwanennest mit einem reichen Gelege vorbei, das den Nestbau an einem der Hunderttausende Entwässerungskanäle baute. Im Übrigen scheint jeder Kanal von Entenpaaren besetzt zu sein. Den Schafen auf den Deichen, Wasservögel in den Kanälen, so hat jeder sein Revier in dieser nicht gerade üppigen Naturlandschaft.
Mit Wind im Rücken schafften wir es bis Leuwarden der Friesischen Hauptstadt. Hier findet das längste Langstrecken Eislaufen statt. Oder sagen wir einmal so, hier fand das letzte Langstrecken Eislauf vor 13 Jahren statt. Im Hotel Anker, was recht günstig war, hörten wir dies. Man versuchte auch die Friesische Presse zu Informieren. Als Randy am 22.04. mit einem Reporter der da meinte. Die Friesen hätten kein Interesse an solchen Aktionen, da sie selber genug davon hätten und gerade von einem Deutschen nicht. Der hatte wahrscheinlich zuviel Kriegsromane gelesen, haha. Das war schon nahe an der Diskriminierung. Am 23.04. fuhren wir auf dem 30km langen Afsluitdijk von dem Ort Zurich nach Den Oever. Im letzten Drittel des Damms ist ein Monument, Herrchen meint, der Dam ist ein Monument nicht der Turm auf den die Touristen raufkrabbeln. Immerhin werden wir Fotografiert, Chefe. Weiter auf dem Dam. Yukon, sprang ab und zu ohne das Herrchen es bemerke aus dem Trailer. Dann
Wir waren nun in der Provinz Noord Holland. Ein paar schöne Kilometer hatten wir schon auf den Pfoten. Herrchen steuerte ein paar Campingplätze an. Vergebens, überall „no Dogs“. So entschloss er sich, dass wir bis nach Bergen durchfahren wo wir nicht ankamen. Herrchen fuhr etwas Blind durch die Gegend und so kamen wir nach Bergen an der See. Wieder zurück. Nach 124 Kilometern um 20.30 Uhr erreichten wir das B.W. Hotel Marijke. Miranda Potters sagte zu Randolph, dass sie zum B.W. Hotel De Jonge nach Assen zurückgerufen hatte und sagte, dass ihr Hotel ausgebucht sei. Wir waren aber schon in Richtung Friesland unterwegs und man konnte uns telefonisch nicht erreichen. Erst sorgte man, für das leibliche wohl unseres Teams. Man richtete ein Zimmer ein, das vielleicht so gedacht war, wenn eine Überbuchung war. Es war klein hatte aber ein eigenes Bad doch Herrchen musste sein Geschäft wo anders verrichten. War aber egal, besser wie ein Zelt! Dann wurde durch ein Verständigungsproblem der 25.04. zu einer Odyssee. Von Bergen fuhren wir nach Haarlem. Tausende von Zweibeinern waren in dieser Stadt unterwegs. Gestern war ein Blumenfest und mit Prachtvoll geschmückten Blumenwagen zog man durch die Straßen von dieser Stadt. Auf dem Marktplatz vor dem Radhaus waren Schausteller ihre Stände aufgebaut. Das war unserem Boss dann doch zu viel und ob wohl wir an diesem Tag Zeit hatten fuhren wir in Richtung Zandvoort. Am Nachmittag erreichten wir den Badeort, der mir vorkam wie ein Kirmesmarkt. Im B.W. eine herbe Enttäuschung, dass Hotel war total ausgebucht. Das war das Misst-Verständnis. Doch die junge Dame an der Rezeption rief in Uithoorn an und dort war es null Problemo uns unterzubringen. Das einzige, wir fuhren wieder bis zum späten Abend und wieder über 100km. Das laufen geht mir dann ganz schön aufs Gemüht. Obwohl wir Heute zu mehr als 50% gefahren wurden.
In Airport Hotel Uithoorn empfing uns Sara die Marketing Managerin auf aller herzlichste. Lokalpresse. Auch versuchte uns Marjorie van Campen vom Headoffice International zu erreichen. Das fehlte noch, dass auch hier wie in Eschborn/Deutschland unserem Herrchen wieder mit dem Rechtsanwalt gedroht wird. Aber das Gegenteil war der Fall. Man will unsere Zusammenarbeit. Toll, aber wir waren schon fast aus den Niederlanden. Vielleicht kann Frau Campen zu B.W. Belgien Kontakt herstellen.
Wir fuhren nach Rotterdam. Wieder fuhren wir auf guten Radwegen ???????
Leider wurden wir in diesem Hotel als eine Notwendigkeit angesehen. Randy wusste aber noch nicht warum. Man machte ihm in diesem Hotel klar, dass man keinen Kontakt zum nächsten Best Western machen könnte. Die etwas kräftige Dame die sich in ihre Kleider hineingezwängt hatte unterstrich dies mit einem Blick. Na ja, gut das Yukon nicht hingeschaut hat, sonst wäre er Tot umgefallen.
Über uns zog sich der Himmel zu. Der Radweg in Richtung Breda, führte am Drehkreuz Rotterdam entlang. Ich sage ja, die Beschilderung einwandfrei! Doch Randy hatte seit Harlingen keine Musik mehr an, das Umfeld war einfach zu laut.
Wir erreichten Breda und kein Hotel nahm uns auf. Randy schob uns über den Marktplatz und war begeistert. Warum kann ich auch nicht sagen, den er mag keine Städte. Doch nur in diesen kann er auf unsere humanitäre Aktion aufmerksam machen. Wir fuhren weiter ins fünf Kilometer entfernte Ulverhout auf den Campingplatz, De Beckhout. Um es vorweg zu nehmen wir waren vier Nächte eingeladen.
Am nächsten Tag, so wie an den nächsten Tagen fuhren wir nach Breda. Über den Grote Markt zur lokalen Zeitung. Die Dame von der Rezeption glaubte uns zu kennen. Sie versuchte einen Reporter zu erreichen, der über uns schreiben sollte. Doch erst als zufällig der Redakteur vorbei kam und die Dame auf uns aufmerksam machte, hatte Randolph erfolg.
Es Regnete zwei volle Tage. Im Zelt war es nicht auszuhalten. Aber im Gegensatz zu früher brach in unserem Herrchen keine Hektik aus und vom wir müssen weiter war nichts zu hören. Das Wort „weiter“ geht meinem Sohnemann Chinook manchmal ganz schön auf den Geist. Es ist klar, dass uns Herrchen unser morgendliches Bedürfnis in einem gewissen Umfang zulässt. Aber wenn er merkt, dass die Herren nur Markieren wollen, dann kommt das Wort „weiter“.
Am 03.05. radelten wir in Belgien ein. Der erste Eindruck. Ab der Grenze in Richtung Meerle, Verdammt schlechter Radweg. Wir fuhren zum großen Teil auf der Straße, damit Randy sich weiter als Mann fühlen konnte. Die Radwege werden nach einigen Kilometern in Richtung Rijkevorsel mit den zum Teil rot eingefärbten Betonplatten besser.
Umso näher wir Antwerpen kamen, umso schlechter wurden die Bikeverhältnisse. Es nieselte etwas und auf den Plastersteinen, in denen sichtlich keine Struktur mehr herrscht war es recht glitschig. Im Hilton glaubte er gute Karten zu haben, da Herr Kriegsmann den er von Hilton Rotterdam kannte hier nun Generalmanager war. Doch dieser war nicht da und so wurde ihm unmissverständlich mitgeteilt, dass man für solche Aktionen kein Interesse hat. Nachdem ein paar Fotos von der Kathedrale gemachte hatte fuhren wir von einem Polizisten begleitet zum B.W. Docklands. An diesem Abend war alles klar und trotz das keine Haustiere erlaubt waren, hatte Randy ein Zimmer bekommen.
Am nächsten Morgen sah die Situation etwas anders aus. Barry Stoffels, war nicht überzeugt von unserem tun. Auch forschte er im Internet nach allerdings nur unter Westphal. Erst musste Herrchen seine Kreditkarte zücken. Nachdem dies erledigt war, rief Barry bei B.W. Belgien an. Herr Bernhard, wusste auch nicht über unser tun. Schlechte Karten für Herrchen. Doch als Lügner und vermutlicher Zechpreller wollte Randolph nicht da stehen.
Er rief Marjorie von Campen in den Niederlanden an. Nach einem kurzen Gespräch mit Berry war auf einmal Friede Freude Eierkuchen. Auch Bernhard wurde von Marjorie angerufen, das dieser auch bescheit wusste. Barry versuchte nun die Medien zu erreichen. Um dies besser organisieren zu könnten wir noch einen Tag im Hotel bleiben. So fuhren wir erst einmal zur Befestigung Steem. Randy as dann noch ein paar von den angeblich besten Pommes der Welt. Und er meinte, dass die Pommes wirklich etwas anders schmecken, was ich auch fand. Dann fuhren wir, oder vielmehr holperten wir zu den schönen Gebäuden im Altstadtkern. Rathaus, Grote Markt, Domkirche alles schön kompakt an einem Punkt der Stadt. Keine Presse, kein Fernsehen, keine Entscheidung vom B.W. International Belgien an diesem Tag. Bis um zehn Uhr wartet Herrchen noch das sich irgendetwas tut. Weder von Best Western Belgien noch von den Medien war etwas zu hören.




























